Körperproportionen

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Körperproportionen

Beitragvon Silbernacken » 08 Aug 2015, 10:44

Wer auf sein Aussehen wert legt, kommt um die Beachtung der Körperproportionen nicht herum. Nur wenn die Proportionen stimmen und den Idealen nahekommen, sieht man auch gut aus. Dem Erstellen eines Trainingsplanes sollte immer eine "Bestandsaufnahme" des eigenen Körpers vorausgehen. Es geht darum, die Schwachstellen in den Focus zu stellen.
Vince Gironda bezog sich mit der Schaffung einer Illusion besonders auf die √ľber 40-j√§hrigen. Jenseits der 40 ist das Muskelaufbaupotential natural schon recht begrenzt, so dass man sich auf die wichtigsten, die Optik bestimmenden Muskeln konzentrieren sollte, anstatt sich in einer Vielzahl von √úbungen zu verzetteln, die auch noch der Optik abtr√§glich sind. Das trifft auch auf die Hardgainer zu.
Die wichtigsten anzustrebenden Ziele sind breite Schultern, schmale H√ľften und proportional passende Armmuskulatur und Beine.

Gironda war auch ein Gegner von zu viel Masse, weil diese die Optik zerst√∂rt. Ein Gewicht in Kg der Gr√∂√üe √ľber 1 m (bei 1,80m = 80Kg) bei 12% KFA wird allgemein als sch√∂n empfunden. Alles dar√ľber hat schon einen "asozialen" Touch
und ist m.M.n. nicht unbedingt erstrebenswert.

Wichtiger als Masse f√ľr die Optik ist auch ein niedriger KFA (10...12%), der den K√∂rper muskul√∂ser erscheinen l√§sst.

Uli
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Re: Körperproportionen

Beitragvon Henry » 08 Aug 2015, 14:31

Passend zu dem Thema habe ich diesen Artikel gefunden:

Das perfekte Erscheinungsbild

Welche Ma√üe muss der m√§nnliche K√∂rper haben, um als perfekt zu gelten? Dieser Frage widmete sich Gironda schon sehr fr√ľh in seiner Bodybuilding-Karriere und lehnte sich bei ihrer Beantwortung stark an Pythagoras und Leonardo da Vinci an. Vor allem die Ma√üe der Skizze des vitruvianischen Menschen von da Vinci waren ihm hierbei hilfreich: In dieser Zeichnung ist der k√∂rperlich perfekte Mann acht K√∂pfe gro√ü, ist von der linken zur rechten Schulter zweieinhalb K√∂pfe breit, wohingegen die H√ľfte lediglich einen Kopf breit ist. Au√üerdem sind H√§nde und F√ľ√üe einen Kopf lang. Da K√∂rper-, Hand- und Fu√ügr√∂√üe eine Sache der Veranlagung sind, bildete Gironda aus diesen Vorgaben eine Art Minimalkonsens, vor allem bezogen auf Bodybuilder, da man die von ihm genannten Merkmale im Gegensatz zur K√∂rper-, Hand- und Fu√ügr√∂√üe auch trainieren kann. √úber die H√ľfte l√§sst sich hierbei streiten, doch dazu sp√§ter mehr.

So sollte laut Gironda ein Mann neben breiten Schultern, einer schmale Taille und H√ľfte auch gerade, nach unten hin verj√ľngende, aber dennoch muskul√∂se Beine besitzen. Neben diesen Eigenschaften ist au√üerdem noch eine aufrechte und w√ľrdevolle K√∂rperhaltung von gro√üer Bedeutung, um die oben genannten Eigenschaften zur Geltung zu bringen.

Um dies zu erreichen, muss der Muskel vom Ansatz bis zum Ursprung, also in seiner kompletten L√§nge trainiert werden. Dadurch sollen ‚Äď entgegen der Erscheinungsform vieler Bodybuilder in der heutigen Zeit - lange, wohlgeformte Muskeln erreicht werden. Denn was n√ľtzen einem die besten Muskeln, wenn sie nicht in Form sind und somit nur zu einer gedrungenen und kurzen Erscheinungsform f√ľhren?

Dass dieser Ansatz in der heutigen Zeit zum Gro√üteil unmodern und unnat√ľrlich erscheint, ist wohl jedem klar. Gerade in den vergangen 20 ‚Äď 30 Jahren haben sich die K√∂rper immer mehr in eine andere Richtung als die der Oldschool-Bodybuilder ver√§ndert: Weg von K√∂rpern, die vor allem √§sthetisch sein sollten, bei denen noch das "add size where it counts"-Prinzip galt, hin zu den "Masse um jeden Preis"-K√∂rpern. Dabei ist es heute egal, wo diese Masse landet: am Hintern oder an den Beinen oder am Bizeps. Hauptsache "the bigger the better!". Dadurch wird es doch etwas verst√§ndlicher, dass vor allem Neulinge in diesem Sport, die nichts anderes als diese K√∂rper kennen, diejenigen, die eine andere Meinung vertreten, als "Discopumper" und √§hnliches bezeichnen.

Am Auftauchen dieser neuen Körper störte sich auch Gironda, der daraufhin sehr stark durch seine folgende Auffassung vom Erscheinungsbild eines Bodybuilders zu provozierte wusste:

Creating an illusion ‚Äď Eine Illusion erschaffen

Eine Illusion zu erschaffen, das war das Ziel von Vince Gironda f√ľr sich selbst und f√ľr seine "Sch√ľler", die er trainierte. Ein Ziel, f√ľr das er oftmals hart kritisiert und bel√§chelt wurde. Es sollte eine Illusion des perfekten K√∂rpers sein: breite Schultern, schmale H√ľfte, geformte Muskulatur. Dass es f√ľr das Erreichen dieses Ziels nicht unbedingt von N√∂ten ist, wirklich riesige Schultern und eine schmale H√ľfte zu haben, das versuchte Gironda den Leuten beizubringen.

Das Gegenargument vieler war das folgende: "Ich möchte nicht nur groß aussehen, ich möchte auch groß sein!" "Du kannst so groß werden, wie Du willst", antwortete Gironda auf diese Aussage, "allerdings unter einer Bedingung: Baue nicht an den Stellen Deines Körpers auf, an denen Masse mehr Schaden anrichtet, als dass sie Nutzen trägt."

Taadaa! Da haben wir es wieder, das "add size where it counts"-Prinzip. "F√ľge dort Masse hinzu, wo sie wichtig ist!" so k√∂nnte man dieses Prinzip am Einfachsten, wenn auch etwas holprig, √ľbersetzen. F√ľr ihn sollte daher Bodybuilding nicht Bodybuilding hei√üen, sondern mehr "body sculpting" oder "physical culture", weil der Begriff Bodybuilding zu sehr dazu verlockt, soviel Masse wie m√∂glich aufzubauen. Diesen Illusionsgedanken m√∂chte ich noch etwas vertiefen, anhand von einem praktischen Beispiel.

Laut Gironda konzentrieren sich Anf√§nger viel zu sehr auf bestimmte Zahlen f√ľr Gewicht, Umf√§nge, K√∂rperfettanteil und so weiter und sofort. Dem hatte er Folgendes entgegenzusetzen, was durchaus der Wahrheit entspricht. Was interessiert es die Jury bei einem Contest - abgesehen von der Gewichtsklasse nat√ľrlich - oder die Leute auf der Stra√üe, wie viel man bei welchem K√∂rperfettanteil wiegt? Das Einzige, was sie interessiert, ist Form, Gr√∂√üe und Symmetrie (Okay, die Leute auf der Stra√üe vielleicht nicht ganz so sehr).

Die Zahlen, die das ausdr√ľcken, interessieren nicht wirklich. Ansonsten w√§re ein Bodybuilding-Contest das Einfachste auf der Welt: Derjenige mit den gr√∂√üten Umf√§ngen in Relation zu Gewicht, K√∂rperfettanteil und K√∂rpergr√∂√üe h√§tte gewonnen. Man br√§uchte so etwas wie Posing gar nicht, lediglich ein Blatt Papier mit allen Daten der Teilnehmer. Wir alle wissen aber, dass das zum Gl√ľck nicht so ist. Entscheidend ist, wie es auf den Betrachter wirkt. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist mit dem Erschaffen einer Illusion gemeint.

Man muss also nicht 100kg wiegen um nach 100kg auszusehen. Beispiele daf√ľr gibt es zu gen√ľge ...
Schaffe, schaffe, Körperle baue,
Und net nach de Fastgainer schaue.
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