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Re: der Content-Bereich

Beitragvon Hernando » 09 Nov 2012, 18:41

Wishmaster hat geschrieben:Ah, der erste Autor meldet sich freiwillig. Sehr schön.

Hab schon ein paar Artikelchen auf Lager (hatte ich für mein damaliges "Heimatforum" Muscle Corps verfasst), die sind aber auch nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand und viel Zeit zur Überarbeitung hab ich auch nicht. Kann ja mal was posten, das ihr begutachten könnt.
Zuletzt geändert von Hernando am 09 Nov 2012, 18:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Hernando » 09 Nov 2012, 18:41

Proteinkonsum und Sport

In jedem Fitnessstudio sieht man sie: EiweiĂźshakes. Und natĂĽrlich auch die Leute, die sie trinken. Die Einen, weil sie groĂźe und starke Muskeln aufbauen wollen, die Anderen erwarten, dass sie das ungeliebte Fett zum schmelzen bringen, wenn das Pilates-Training allein nicht reicht. Was verbirgt sich also hinter dem Wundermittel Protein?

Protein – was ist das?
Bei Proteinen (umgangssprachlich: Eiweiße) handelt es sich um durch Peptidbindungen verbundene Aminosäuren – und zwar mindestens 100 am Stück. Diese Aminosäureketten sind für die verschiedensten Funktionen im Körper zuständig – wobei die Reihenfolge der Aminosäuren innerhalb dieser Ketten sowie die räumliche Faltung die Funktion des Proteins bestimmt. Dass Proteine für unser Überleben absolut notwendig sind, ist aus diesen Funktionen ersichtlich: Sie fungieren beispielsweise als Strukturproteine (z.B. Kollagen als Hauptbestandteil von Bindegeweben und Knochen), Hormone, Motorproteine (z.B. das Myosin der Muskulatur), Schutzproteine (bei der Immunabwehr des Körpers), Enzyme, etc. Kurzum: ohne sie geht nichts. Das Gute ist aber, dass jeder Organismus seine Proteine selbst herstellen kann – doch dazu braucht er den entsprechenden Baustoff: Für den Menschen sind das die bereits erwähnten Aminosäuren.

Aminosäuren
Aminosäuren (AS) heißen so, weil sie eine Aminogruppe (bestehend aus einem Stickstoff- und zwei Wasserstoffatomen) besitzen. Ihrer gibt es sehr viele, doch in Bezug auf die Proteine unseres Körpers interessieren uns lediglich 20(21) davon. Dies sind die sog. proteinogenen Aminosäuren, welche in den Proteinen unseres Körpers zu finden sind. Diese werden wiederum in essentielle Aminosäuren und nichtessentielle Aminosäuren eingeteilt – die essentiellen AS kann der Körper nicht selbst herstellen, und deshalb müssen sie über die Nahrung zugeführt werden. Die nichtessentiellen AS dagegen können vom Körper selbst synthetisiert werden (meist aus essentiellen AS) und müssen nicht unbedingt mit der Nahrung aufgenommen werden. Eine Auflistung der proteinogenen AS findet sich in Tab.1

Essentielle AS
Valin, Leucin, Isoleucin, Methionin, Phenylalanin, Histidin, Lysin, Serin, Threonin, Tryptophan
Nichtesentielle AS
Glycin, Alanin, Aspartat, Glutamat, Prolin, Cystein, Arginin, Tyrosin, Asparagin, Glutamin
Sonstige
Selenocystein (nicht als freie AS), Pyrrolysin (nicht beim Menschen)

Eine der Aminosäuren, nämlich das Prolin, ist eigentlich keine Aminosäure, sondern eine Iminosäure. Darüber sieht man in der Regel aber hinweg.
Alle Aminosäuren, welche sich in menschlichen Proteinen wiederfinden, sind sog. a-L-Aminosäuren. Das a steht für Alpha und sagt aus, dass sich die entsprechend betrachteten chemischen Gruppen am ersten Kohlenstoffatom neben der Carboxylgruppe (welche die Aminosäure zur Säure macht) der Aminosäure befinden (dem sog. Alpha-Kohlenstoffatom). Das L steht für laevus, was links bedeutet, und die sog. Chiralität der AS beschreibt. Dies wiederum bedeutet nichts anderes, als dass es von diesen Aminosäuren, wie bei Handschuhen, zwei verschiedene Erscheinungsformen gibt – eben eine rechte und eine linke Variante.

Schön und gut – doch wie gelangen diese Aminosäuren in meine Muskeln?
Natürlich über die Blutbahn. Und dorthin kommen sie durch a) Abbau an anderen Körperstellen, b) Nahrungsaufnahme oder c) Zusammenbau in unserem Körper.

Und wie viel EiweiĂź muss ich jetzt essen?
Die allermeisten Sportler, vor Allem, so möchte ich behaupten, die Bodybuilder unter uns, kommen sehr bald mit der Frage in Berührung: „Wie viel Eiweiß muss ich essen, um eine optimale Leistungsverbesserung zu erzielen?“ So beginnt man nun eine Odysee durch Internetforen, befragt Fitnesstrainer und Trainer von Fitnesstrainern, und am Ende hat man so viele Meinungen, Ratschläge und angebliche Tatsachen gehört, dass man sich fragt: „Wie viel Eiweiß muss ich denn nun wirklich essen, um eine optimale Leistungsverbesserung zu erzielen?“

Und hier steckt der Hund begraben ... so sicher ist man sich nämlich nicht. Die aktuelle Empfehlung der Deustchen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist momentan eine Proteinaufnahme von 0,8g/kgKG/d [1]. Laut Kasper [2] ist diese Empfehlung jedoch Ziel einiger Diskussionen, sie bleibt aber natürlich bis zu einer neuen Einigung bestehen. Grundlage der Diskussionen sind sicherlich einige Studien, welche vor Allem Sportlern einen Mehrbedarf bescheinigen (vgl. z.B. [3]; siehe u.A. [4]). Der Bedarf für Sportler beträgt laut [3],[4] und [5] zwischen etwa 1,4 und 1,8 g/kgKG/d.

Kann ich zu viel Protein konsumieren?
Auch dies ist momentan noch umstritten [2].
Diskutiert wird eine Beschleunigung der mit zunehmendem Lebensalter auftretenden Glomerusklerose (...) und eine BegĂĽnstigung der Osteoporose bei gleichzeitig vermehrter renaler Kalziumausscheidung.
Aus: [2], S.28f

Das soll heißen, dass möglicherweise die im Alter auftretende „Nierenverkalkung“ beschleuingt werden und eine Osteoporose („Knochenschwund“) bei gleichzeitig erhöhter Ausscheidung von Kalzium aus der Niere begünstigt werden könnte.
Als sicher gelten momentan bis ca. 2g/kgKG/d [6].

Literatur:
[1] http://www.dge.de/modules.php?name=News ... le&sid=283 (abgerufen am 07.09.08)
[2] Kasper H. (2004). Ernährungsmedizin und Diätetik. 10.A. Elsevier Urban & Fischer: München
[3] Ahrendt D.M. (2001). Ergogenic Aids: Counseling the Athlete. Am Fam Physician 63:913-22
[4] Lemon P.W.R. (2000). Beyond the Zone: Protein Needs of Active Individuals. Journal of the American College of Nutrition, Vol. 19, No. 5, 513S–521S
[5] Biesalski H.K., Grimm P. (2004). Taschenatlas der Ernährung. 3.A. Georg Thieme Verlag: Stuttgart
[6] Von Loeffelholz C. (2007). Leistungsernährung für Kraftsportler. Strategien für Muskelaufbau, Fettabbau und optimale Regeneration. 3.A. Novagenics Verlag
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Re: der Content-Bereich

Beitragvon Hernando » 09 Nov 2012, 18:43

Creatin – So ungefährlich wie man glaubt?

Nahrungsergänzungsmittel sind ein in der Fitnesswelt gern gesehenes Mittel, um die eigenen Ziele schneller und besser zu erreichen. In wie fern diese Wünsche auch tatsächlich in erhofftem Maße erfüllt werden, soll hier nicht diskutiert werden. Hier möchte ich mich kurz einem der Supplements widmen, welche (jedenfalls wenn man sich die Fitnessforen durchschaut) in der jugendlichen Krafttrainingsgemeinde sehr beliebt ist: Creatin. Bis zu 8,2% der Jugendlichen in Amerika scheinen sich dieses Supplements zu bedienen, bei Collegeathleten sind es bis zu 78% [1]. Geschätzterweise wurden 1997 über 300.000kg an Creatin an Athleten verkauft [2]. Wohl aufgrund dieser Beliebtheit gibt es auch schon einige Artikel im Netz, welche das Supplement zum Thema haben (eine kleine Auswahl deutschsprachiger Artikel: [3-6]). Daher möchte ich mich einem bestimmten Punkt widmen, der meiner Meinung nach in diesen Artikeln zu kurz kommt: Wie sieht die Datenlage zur Schädlichkeit dieses Nahrungsergänzungsmittels aus – vor Allem über längere Zeit hinweg betrachtet?

Allgemein bekannte Nebenwirkungen des Creatin: [1,3-6]
- Wassereinlagerungen
- Muskelverhärtungen oder Krämpfe
- Diarrhoe
- Erhöhte Nierenbelastung
- reversible Verringerung der Creatin-Eigensynthese

Weitere bekannte Nebenwirkungen: [7]
- „dizziness“
- Muskelfaserrisse

Auch wird diskutiert, ob Dehydrationserscheinungen und Probleme im Hitzemanagement bei Kreatineinnahme vor der sportlichen Belastung auftreten können [8,9].
Die auslösende Rolle von Creatin für ein paar Todesfälle, welche mit entsprechender Supplementierung Verbindung gebracht wurden, hat sich nicht bestätigt [1,2].

Problematiken des Sicherheitsaspekts:
Die Langzeitwirkungen von Creatineinnahme als ergogenes Supplement wurden noch nicht ausreichend untersucht [1,2,7,10]. Die europäische Kommission nennt als besonderen Kritikpunkt, dass Studien zum Beleg der „Harmlosigkeit“ der Creatinsupplemente herangezogen werden, die eigentlich als Thema die Überprüfung einer Leistungsverbesserung unter Creatinsupplementation haben. Des Weiteren wurden entsprechende Studien im Allgemeinen an (hoch) trainierten Probanden durchgeführt, und sind somit für den „Durchschnittsbürger“ nicht zwangsläufig valide [7].

Neben der Skelettmuskulatur beinhalten auch andere Gewebe des menschlichen Körpers Creatin – beispielsweise das Herz, Gehirn, die Leber, Nieren und die Hoden. Auch hier liegen keine Daten vor, ob und wie sich (langfristige) supplementierung von Creatin auswirkt [1,8,11].

Eine weitere Gefahr ist, dass freiverkäufliche Präparate nicht den Qualitätskontrollen für medizinische Produkte unterliegen, so dass Verunreinigungen mit eventueller toxischer Wirkung nicht ausgeschlossen werden können. Auch sind Wechselwirkungen mit anderen Supplementen und/oder Medikamenten scheinbar nicht bzw. nicht ausreichend untersucht [7].

Fazit:
Angesichts der mir bekannten Datenlage würde ich jedem empfehlen, sich gut zu überlegen, ob eine Creatinsupplementierung sinnvoll oder notwendig erscheint. Dies auch vor dem Hintergrund, dass ca. 30% der Athleten Non-Responder sein könnten [1]. Die so oft angepriesene „Unschädlichkeit“ von Creatinsupplementen sind, jedenfalls meines Wissens, nicht ausreichend belegt.

Eine angeregte Diskussion zu diesem Thema ist äußerst erwünscht.

Literatur:
[1] Calfee R., Fadale P. (2006). Popular ergogenic drugs and supplements in young athletes. Pediatrics; 117(3):e577-e589
[2] Maughan R.J., King D.S., Lea T. (2004). Dietary Supplements. Journal of Sports Sciences, 22:95-113
[3] http://www.muscle-corps.de/443-creatin- ... lement.htm
[4] http://www.menshealth.de/fitness/muskel ... .82529.htm
[5] http://www.dr-gumpert.de/html/kreatin.html
[6] http://www.muskelaufbau-tipps.de/fitnes ... s/kreatin/
[7] European Commission (2000). Opinion of the Scientific Committee on Food
on safety aspects of creatine supplementation. http://ec.europa.eu/food/fs/sc/scf/out70_en.pdf
[8] König D., Berg A. (2007). Nahrungsergänzung und Substitution. In: Dickhuth H.-H., Mayer F., Röcker K. Berg A. (Hrsg.). Sportmedizin für Ärzte. Lehrbuch auf der Grundlage des Weiterbildungssystems der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). S.507-511. Deutscher Ärzte-Verlag: Köln
[9] Lopez R.M., Casa D.J., McDermott B.P., Ganio M.S., Armstrong L.E., Maresh C.M. (2009). Does creatine supplementation hinder exercise heat tolerance or hydration status? A systematic review with meta-analyses. Journal of Athletic Training;44(2):215–223
[10] Ahrendt D.M. (2001). Ergogenic Aids: Counseling the Athlete. American Family Physician,63(5):913-922
[11] Horn M., Frantz S., Remkes H., Laser A., Urban B., Mettenleiter A., Schnackerz K., Neubauer S. (1998). Effects of chronic dietary creatine feeding on cardiac energy metabolism and on creatine content in heart, skeletal muscle, brain, liver and kidney. J Mol Cell Cardiol., 30(2):277-284.
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Re: der Content-Bereich

Beitragvon Hernando » 09 Nov 2012, 18:44

Carnitin und Sport

„Ich jogge nun schon seit zwei Wochen, und nehme immer noch nicht ab“ beklagt sich die Fitnesstudiokundin. „Nun, da müssen Sie Carnitin nehmen, das hilft der Fettverbrennung. Zum Glück haben wir hier ein entsprechendes Präparat äußerst günstig im Angebot“, antwortet der Fitnessstudioangestellte. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Nun denn, was ist dran, am Carnitin?

Allgemeines:
Das 1905 entdeckte Carnitin, auch Beta-OH-gamma-Trimethylaminobuttersäure genannt, kann vom Körper selbst (in der leber) aus der Aminosäure Lysin gebildet werden [1]. Vegetarier nehmen täglich im Schnitt 2mg, Mischköstler ca. 32mg davon durch die Nahrung auf [1]. Unter den besonders carnitinreichen Nahrungsmitteln befindet sich das Fleisch (Schaf 210mg, Rind 70mg, Schwein 30mg; Angaben pro 100g Nahrungsmittel), pflanzliche Lebensmittel verfügen über eher geringe Mengen (Tomaten 2,9mg, Birnen 2,7mg, Erbsen 1,2mg; Angaben pro 100g Nahrungsmittel) [1]. Ganz ohne Carnitin kommen scheinbar Karotten und Kartoffeln daher [1].
Carnitin ist wasserlöslich und wird zum Teil beim kochen aus den Lebensmitteln gelöst [1].
Carnitin findet sich nicht auf der Verbotsliste der WADA (2008) wieder [5].

Aufgaben:
Die Funktionen des Carnitins sind bisher nur unvollständig bekannt [1]. Gesichert ist, dass langkettige Fettsäuren an Carnitin gebunden durch die innere Mitochondrienmembran geschleust werden und somit der Beta-Oxidation zugeführt werden können [1][2]. Im Endeffekt bedeutet dies, dass Carnitin das Wägelchen ist, welche die Kohle im Kraftwerk zum Ofen bringt, so dass diese verbrannt werden kann und somit Energie freigesetzt wird.
Scheinbar existieren auch Hinweise darauf, dass Mittelkettige Fettsäuren kein Carnitin zum Transport über mitochondriale Membranen benötigen und dass Carnitin für die Oxidation dieser Fettsäuren eine Rolle spielt [1].

Carnitin und Sport:
Nun endlich zu der Frage: Bringt mir die Einnahme von Carnitin-Präparaten irgendetwas bezüglich meiner Abenehmwünsche oder im Sinne einer verbesserten Leistungsfähigkeit? Die klare Antwort laut aktuellem Wissensstand lautet: nein [1][2][3][4].
Eine Supplementation mit Carnitin während etwa einem Monat erhöht die Plasmacarnitinkonzentration, nicht aber die Konzentration in der Muskulatur. Die klinischen Studien an Gesunden zur Frage einer Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Minimierung der Ermüdbarkeit kamen zu keinem überzeugenden positiven Ergebnis. Auch die maximale Sauerstoffaufnahme unter Belastung konnte durch Gabe von Carnitin nicht gesteigert werden (...).
Aus: [1], S.23

Gut kontrollierte Studien haben (...) gezeigt, dass eine Supplementation mit Carnitin keine Effekte auf Leistung bzw. auf die Geschwindigkeit der Fettsäurenoxidation hat.
Aus. [2], S.332

Offensichtlich reicht beim gesunden Menschen die Eigensynthese und/oder die Aufnahme von Carnitin ĂĽber unsere Nahrung (ohne Supplemente) aus, um den Bedarf zu decken [2][3].

Literatur:
[1] Kasper H. (2004). Ernährungsmedizin und Diätetik. 10.A. Elsevier Urban & Fischer: München
[2] Biesalski H.K., Grimm P. (2004). Taschenatlas der Ernährung. 3.A. Georg Thieme Verlag: Stuttgart
[3] Brass E.P. (2000). Supplemental carnitine and exercise. Am J Clin Nutr;72(suppl):618S–623S.
[4] http://www.dr-moosburger.at/pub/pub011.pdf (aufgerufen am 28.08.2008)
[5] http://www.nada-bonn.de/fileadmin/user_ ... eutsch.pdf (aufgerufen am 28.08.2008)
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Re: der Content-Bereich

Beitragvon Hernando » 09 Nov 2012, 18:45

Körperfettmessung mit Hilfe der Bioimpedanzanalyse

Die Welt redet nur von einem: Körperfett! Sei es die Freundin oder Ehegattin mit „der Oberschenkel ist zu schwabbelig“ Komplexen, der Herr mit Fass statt Sixpack, der Staubtrockene Bodybuilder der immer noch nicht „ripped“ genug ist ... unabhängig davon, ob man nun tatsächlich übergewichtig ist oder nicht, auf Glanzmagazine und Supermodels schielend lautet der generelle O-Ton: Das Fett muss weg. Und natürlich will man auch möglichst genaue Zahlen über den prozentualen Anteil des Körpers haben, der da tagein-tagaus vor sich hinwabbelt. Um dies zu erfassen, hat man mehrere Methoden entwickelt.

Labormethoden
Labormethoden sind sehr genau, aber dafĂĽr auch entsprechend kostspielig und u.U. belastend fĂĽr den Patienten. Somit finden sie i.A. als Referenz fĂĽr andere Messverfahren Anwendung [1].
Zu den Labormethoden gehören u.A.:
- hydrostatisches Wiegen (Goldstandard [1])
- Isotopendilution
- CT / MRT

In der Praxis angewendete Verfahren
Solche Verfahren weisen i.A. die Eigenschaften leicht anwendbar, hinreichend genau und zuverlässig sowie kostengünstig auf [1]. Vor Allem zwei Methoden haben sich in diesem Bereich als geeignet herauskristallisiert:
- Kalipermethode (Körperfettbestimmung mit der Fettmesszange)
- Bioimpedanzanalyse (z.B. die bekannten Körperfettwaagen)

Erfahrungsgemäß ist im Alltag die Körperfettwaage das Mittel der Wahl. Nach Einschätzung des Autors verfügt fast jedes Fitnessstudio, fast jede Apotheke, fast jeder Allgemeinarzt öder ähnliche Einrichtungen über ein entsprechendes Gerät, welches über den elektrischen Körperwiderstand die Körperfettmasse zu errechnen versucht. Solche Bioimpedanzmessungen wurden als hinreichend genau befunden [2]. Die Genauigkeit solcher Messungen soll bei 2.7% liegen, doch kann man bei den heutigen unüberschaubaren Angeboten an Körperfettwaagen keine allgemeingültigen Aussagen über die Qualität dieser treffen [3].

Aber Vorsicht! Bei unstandardisierten Einzelmessungen können nicht geringe Messfehler von bis zu 10-15% auftreten [1]. Daher muss, um möglichst genaue Messergebnisse zu erzielen, ein standardisiertes Vorgehen her. Eine nach Ermessen des Autors angemessene Methodik stellt sich folgendermaßen dar:

Messungen sollten immer unter den selben Voraussetzungen stattfinden. Mein Vorschlag wäre gleich in der Früh nach dem Aufstehen und Toilettengang (Miktion und Defäkation), doch vor Duschen, Waschen, Frühstück, etc. sowie vorzugsweise immer zur selben Zeit (z.B. 7 Uhr). So kann man auf etwa vergleichbare Ausgangssituationen hoffen.
Warum so kompliziert? Die Bioimpedanzanalyse misst über den elektrischen Widerstand des Körper das Körperwasser und errechnet daraus die Körperfettmasse [1][3][4]. Das heißt, je nachdem wie viel man u.A: vorher getrunken und geschwitzt hat sowie die Feuchtigkeit der Haut nehmen Einfluss auf das Messergebnis. Daher ist es sinnvoll, die Messung immer unter den selben Voraussetzungen vorzunehmen.

Schritt 1: Ist-Zustandbestimmung
Um einen möglichst genauen Messwert zu ermitteln, erscheint mir eine Durchschnittsbildung über mehrere Messzeitpunkte am sinnvollsten. Also einfach mehrere Tage eine standardisierte Messung durchführen, die Messergebnisse addieren und durch die Anzahl der Messungen addieren. Voilà!

Schritt 2: Verlaufskontrolle
Pro Woche (oder alle zwei Wochen) ein mal nachmessen (vorzugsweise immer am selben Tag, z.B. Samstag), um die tendenz abzuschätzen. Öftere Messungen haben für die Verlaufskontrolle mMn keinen großen Sinn, da aufgrund von Flüssigkeitsschwankungen die Messungen (genauso wie bei der normalen Waage) i.A. variieren und sich wirkliche Änderungen der Körperzusammensetzung nicht von heute auf Morgen ergeben. Man würde sic halso wahrscheinlich nur unnötig stressen.

Schritt 3: Nachkontrolle / Zwischenkontrolle
Nach mehreren Monaten wieder mal eine Durchschnittsmessung (siehe Schritt 1) durchführen, um wieder ein möglichst genaues Ist-Zustandserebins zu bekommen.

Literatur:
[1] Himmelreich H. (2004). Verfahren zur Analyse von Körperbaumerkmalen und Körperzusammensetzung („body composition“). In: Banzer W. (Hrsg.), Pfeifer K. (Hrsg.), Vogt L. (Hrsg.). Funktionsdiagnostik des Bewegungssystems in der Sportmedizin. S.47-70Springer Verlag: Heidelberg
[2] Demura S., Kobayashi H., Tanaka K., SatoS., Nagasawa Y, Murase T. (1999). Comprehensive Evaluation of Selected Methods for Assessing Human Body Composition. JAppl Human Sci, 18 (2): 43-51
[3]Herm K.-P. (2003). Methoden der Körperfettbestimmung. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin; 54(5), 153-154
[4] Deetjen P., Speckmann E.J., Hescheler J. (2005). Physiologie. 4.A. Elsevier Urban & Fischer: MĂĽnchen - Jena
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Re: der Content-Bereich

Beitragvon Hernando » 09 Nov 2012, 18:46

Rechnerische Bestimmung von Grund- und Leistungsumsatz

„Wenn Du in den Spiegel blickst und Dir gefällt, was Du da siehst, dann hast Du schon verloren“ ... so lautet sinngemäß das Zitat von Dr. Perry Cox aus der beliebten Fernsehserie SCRUBS. Und da wir ungern Verlierer sind, folgen wir gerne dieser Ansicht und finden hier und da etwas an unseren Körpern auszusetzen. Für einen Großteil der Deutschen ist dies meistens ein zu hohes Körpergewicht [1], welches sich in Form von dicken Bäuchen, Oberschenkeln oder anderweitig lokalisierten Fettröllchen auch optisch bemerkbar macht. Zur Bekämpfung dieser werden vielerlei Mittel eingesetzt, angefangen von Bewegung und Ernährungsumstellung über vielerorts angepriesene und oftmals fragwürdige Wundermittel wie Diätpillen, Saunagürtel und dergleichen.

Nach Meinung des Autors ist es am sinnvollsten, sich viel zu bewegen, und dem Körper im Durschschnitt schlicht und einfach weniger Energie zuzuführen, als er benötigt. Doch nun stellt sich für den Fettreduktionswilligen oftmals die Frage: „Wie viel Energie benötige ich überhaupt?“ Dies lässt sich heutzutage sehr genau feststellen, z.B. über die sog. direkte bzw. indirekte Kalorimetrie [2]. Doch nicht jeder ist gewillt, seine Zeit und sein Geld für so etwas zu opfern, und für den ansonsten gesunden „Normalbürger“ ist ein solches mit Kanonen auf Spatzen schießen auch nicht notwendig. Der Grund- und Leistungsumsatz lässt sich auch annähernd mit mathematischen Formeln abschätzen, von denen im Folgenden exemplarisch einige dagestellt werden sollen. Doch zunächst soll die Frage geklärt werden: Was ist überhaupt der Grundumsatz? Und was der Leistungsumsatz?

Grundumsatz:
Der Grundumsatz ist als morgendlicher Ruheumsatz bei NĂĽchternheit und Indifferenztemperatur der Umgebung definiert
Aus: [2], S. 910

Energieproduktion, die zur Erhaltung der Organfunktionen notwendig ist, abhängig von Alter, Geschlecht, Körperoberfläche, -gewicht, Hormonfunktion (bes. Schilddrüsenhormone);
Aus: [3], S. 731

Unter Grundumsatz (GU, BMR) versteht man den Energieverbrauch eines entspannt liegenden Menschen 12 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme bei konstanter Raumtemperatur von 20°C. Diese Energiemenge ist erforderlich für die Herztätigkeit, Atemtätigkeit, Gehirnfunktion etc.
Aus: [4], S.4

Vom Grundumsatz zu unterscheiden ist der Ruhe-NĂĽchtern-Umsatz, der etwa 6-10% ĂĽber dem GU liegt und 12h nach der letzten Nahrungsaufnahme in bekleidetem Zustand im Sitzen und bei Raumtemperatur gemessen wird [4].

Leistungsumsatz:
Alle Aktivitäten, die über „den ganzen Tag nüchtern schlafen“ hinausgehen, verbrauchen zusätzliche Energie, so dass der Energieverbrauch des Körpers steigt. Diesen Mehrverbrauch bezeichnet man als Leistungsumsatz [5].

Schätzende Berechnung des Grund- und Leistungsumsatzes:

Einfache Berechnungen des Grundumsatzes:

- Der Grundumsatz beträgt ca. 1kcal/h/kgKG (eine Kilokalorie pro Stunde und Kilogamm Körpergewicht) [6]. Also multipliziert man einfach sein Körpergewicht mit 24 (da der Tag 24 Stunden hat), und voilà, hat man seinen Grundumsatz im kcal.

- Eine weitere Möglichkeit stellen die Formeln 700 + 7x kgKG (Frau) oder 900 + 10x kgKG (Mann) dar [7].

- Nochmals eine relativ einfache Methode:
Frau:
10 - 18 Jahre: kg x 0.056 + 2.898
19 - 30 J: kg x 0.062 + 2.036
31 - 60 J: kg x 0.034 + 3.538
ĂĽber 60J: kg x 0.038 + 2.755
Mann:
10 - 18 J: kg x 0.074 + 2.754
19 - 30 J: kg x 0.063 + 2.896
31 - 60 J: kg x 0.048 + 3.653
ĂĽber 60J: kg x 0.049 + 2.459
Aus: [7]

Vorsicht! Das Ergebnis ist hier in MJ angegeben (mit 239 multiplizieren ergibt kcal) [7].

Methode zur Berechnung von GU und LU, welche Dr. Detlef Pape in seinem Buch [8] propagiert:

Zunächst soll das Normal- bzw. Sollgewicht errechnet werden. Die Formel dafür lautet :
Körpergröße [m] x Körpergröße [m] x Soll-BMI
. Der Soll-BMI ist bei Frauen 22, bei Männern 24. Dieses errechnete Normalgewicht multipliziert man nunmehr mit dem von Pape sogenannten Energiefaktor, der sich wie folgt gestaltet:
- 25 Bettruhe (Grundumsatz)
- 30 leichte Anstrengung (z.B. BĂĽroarbeit)
- 35 mittlere Anstrengung
- 40 schwere Anstrengung
So erhält man den Tagesenergieverbrauch in kcal. Liegt man vom BMI höher als der Soll-BMI (bei Frauen 22, bei Männern 24), so addiere man zum errechneten Tagesenergiebedarf nochmals 33kcal pro überschüssigem BMI-Punkt hinzu.

Berechnung des Grundumsatzes nach Harris und Benedict [9]:
Das Ergebnis wird in kcal/d angegeben:

Mann: 66,5 + 13,8 x Gewicht [kg] + 5 x Größe [cm] - 6,8 x Alter [Jahre]

Frau: 66,5 + 9,6 x Gewicht [kg] + 1,5 x Größe [cm] - 4,7 x Alter [Jahre]


Diese Formeln werden heute noch häufig verwendet und sind für gesunde Erwachsene relativ genau (Plus-Minus 10%) [10]. Auch neuere Formeln können keine genaueren Ergebnisse liefern [10].

Errechnung des Leistungsumsatzes mit Hilfe des Grundumsatzes und dem PAL-Wert:
Der PAL-Wert (PAL steht für „physical activity level“) ist der Quotient aus dem Energieverbrauch über 24h und dem Ruheenergieverbrauch und charakterisiert die körperliche Aktivität [4][10].

PAL-Werte:
- 1,2 AusschlieĂźlich sitzende oder liegende Lebensweise (z.B. alte, gebrechliche Menschen)
- 1,4-1,5 Ausschließlich sitzende Tätigkeit mit wenig oder keiner anstrengenden Freizeitaktivität (Büroangestellte, Feinmechaniker)
- 1,6-1,7 Sitzende tätigkeit, zeitweilig auch zusätzlicher Energieaufwand für gehende und stehende Tätigkeit (Laboranten, Kraftfahrer, Studenten, Fließbandarbeiter)
- 1,8-1,9 Überwiegend gehende und stehende Arbeit (Hausfrauen, Verkäufer, Kellner, Mechaniker, Handwerker)
- 2,0-2,4 Körperlich anstrengende berufliche Arbeit (Bauarbeiter, Landwirte, Waldarbeiter, Bergarbeiter, Leistungssportler
(Für sportliche Betätigungen oder für anstrengende Freizeitaktivitäten (30-60 Minuten, 4- bis 5-mal je Woche) können zusätzlich pro Tag 0,3 PAL-Einheiten zugelegt werden)
Nach: [4], S.5, Tab 1-1


Multipliziert man nun den Grundumsatz mit dem entsprechenden PAL-Wert, so erhält man näherungsweise den Tagesenergiebedarf, ergo den Leistungsumsatz.


Mir persönlich erscheint die Grundumsatzberechnung nach Harris und Benedict und folgende Leistungsumsatzberechnung nach den PAL-Werten am ehesten vertrauenserweckend, doch soll sich jeder seine eigene Meinung bilden, welches Vorgehen er (oder sie) persönlich bevorzugt.

Achtung: Keine dieser Formeln berücksichtigt die Körperzusammensetzung. Somit sind diese Formeln weniger Aussagekräftig, je mehr man von der "Norm" abweicht (z.B. Bodybuilder mit einem hohen Anteil an Muskelmasse).

Literatur:
[1] http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 67,00.html
[2] Persson P.B. (2007). Energie- und Wärmehaushalt, Thermoregulation. In: Schmidt R.F. (Hrsg.), Lang F. (Hrsg.). Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie. 30.A. S. 906-927. Springer Verlag: Heidelberg.
[3] Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. (2007). 261.A. Walter de Gruyter: Berlin – New York
[4] Kasper H. (2004). Ernährungsmedizin und Diätetik. 10.A. Elsevier Urban & Fischer: München
[5] Weineck J. (2000). Sportbiologie. 7.A. Spitta Verlag: Balingen
[6] Rost R. (2002). Sporternährung. In: Rost R. (Hrsg.). Lehrbuch der Sportmedizin. S. 84-133. Deutscher Ärzte-Verlag: Köln
[7] Moosburger K.A. (2001). Der Energieumsatz. Energieverbrauch – Energiebedarf. http://www.dr-moosburger.at/pub/pub014.pdf
[8] Pape D., Schwarz R., Gillessen H. (2004). Satt schlank gesund. Deutscher Ärzte-Verlag: Köln
[9] Harris A.J., Benedict F.G. ( 1918 ). A biometric study of human basal metabolism. Physiology 370-373
[10] Deetjen P., Speckmann E.J., Hescheler J. (2005). Physiologie. 4.A. Elsevier Urban & Fischer: MĂĽnchen - Jena
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Beitragvon Hernando » 09 Nov 2012, 18:49

Leichtes Schädel-Hirn-Trauma (SHT) und Second-Impact-Syndrome (SIS)

Bei vielen sportlichen Betätigungen kann es passieren, dass der Kopf einen Treffer abbekommt, sei es durch eigene Unachtsamkeit oder Fremdeinwirkung.

Nicht viele kennen sich mit diesem Thema aus, und auch um mein eigenens Wissen wieder aufzufrischen (das tut man ja besonders gut in schriftlicher Form und unter Verwendung eigener Worte) werde ich im folgenden versuchen, das Thema etwas zu beleuchten.

Als Commotio Cerebri (Gehirnerschütterung) wird ein plötzlicher, vorübergehender Bewusstseinsverlust im Gefolge eines Schädeltraumas bezeichnet, der oft mit einer Amnesie vergesellschaftet ist.
Aus: [1], S. 2636

Doch nicht immer ist eine Gehirnerschütterung mit einer Ohnmacht oder Amnesie verbunden, daher spricht man in diesen Fällen auch von einem „leichten Schädel-Hirn-Trauma“ oder einer sog. „mild traumativ brain injury“ (MTBI) (vgl. [2]).

Man teilt die sportbedingten leichten SHTs folgendermaĂźen in drei Schweregrade ein (vgl. [2]):
- Grad 1
Dieser Grad tritt am häufigsten auf, ist aber im Gegenzug nicht einfach zu erkennen. Es tritt keine Bewusstlosigkeit auf, schlimmstenfalls treten leichte Bewusstseinseinschränkungen auf (z.B. Unaufmerksamkeit, Konzentrationsstörungen, o.Ä.), die betroffenen klagen oft über ein kurzfristiges „Klingen im Kopf“. Nach spätestens 15min sind keine Symptome mehr nachweisbar. (vgl. [2])
- Grad 2
Ähnlich Grad 1, die Symptome sind auch nach 15min noch vorhanden. Die Konzentrationsfähigkeit ist deutlicher reduziert und es tritt auch häufiger eine posttraumatische Amnesie auf. (vgl. [2])
- Grad 3
Bewusstlosigkeit unbestimmter Dauer. (vgl. [2])

Zeichen eines SHTs: (aus: [2], S. 65)
- Verzögerte Antwort auf Fragen oder Instruktionen
- Unaufmerksamkeit
- Desorientiertheit (z.B. Ort, Datum, Zeit)
- Sprachstörungen
- Koordinationsstörungen (z.B. Gehen auf einer Linie)
- Gedächtnisstörungen
- Verlust des Bewusstseins
- Starrer Blick
- Störungen der Emotionalität

Richtlinien zur Untersuchung für Nichtärzte z.B. am Spielfeldrand: (aus: [2], S.66)
- Orientierung (z.B. Zeit, Ort, Situation)
- unmittelbares Gedächtnis. Wiederholung von fünf Worten in drei Durchgängen
- Überprüfung der Konzentration durch Rückwärtsaufsagen von 3-6 Zahlenreihen sowie dem Rückwärstaufsagen der Monate
- Gedächtnis (z.B. Details des Wettkampfes)
- eine orientierende neurologische Untersuchung mit der Frage nach Bewusstseinsstörungen, Gefühls- und Koordinationsstörungen sowie Kraftprüfungen
- Belastungstest in Form von Sprints und Kniebeugen, Auftreten von assoziierten Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit usw. sowie
- eine erneute Gedächtnisprüfung der im ersten teil vorgegebenen Wörter

Ist ein SHT evident, muss der Sportler einer Untersuchung durch einen Arzt unterzogen werden [2].


Second impact Syndrome (SIS)
Das so genannte Second-impact-Syndrom ist durch eine dramatische Anschwellung des Gehirns im Anschluss an eine leichte Kopfverletzung charakterisiert, die sich mit einer frischen Commotio zeitlich ĂĽberschneidet.
Aus: [1], S. 2640

Daher sollte mMn ein Sportler, der noch unter Symptomen eines leichten Schädel-Hirn-Traumas leidet, von weiterer sportlicher Aktivität absehen, wie auch in [2] empfohlen.
Andere Autoren (vgl. [1]) erheben keine Einwände gegen ein weiteres Training nach einer Gehirnerschütterung, empfehlen dennoch eine mehrtägige Pause bevor der Trainingsaufnahme.
Sollte es zu einer weiteren Commotio kommen oder oder neurologische Symptome persistieren, so empfiehlt sich eine mehrwöchige Ruhepause.
Aus: [1], S. 2640


Literatur:
[1] Ropper A.H. (2005). Schädelhirntrauma. In Dietel M. (Hrsg.), Suttorp N. (Hrsg.), Zeitz M. (Hrsg.), Harrisons Innere Medizin - Band 2. 16. Auflage. (S.2636-2640). ABW Wissenschafts-Verlag: Berlin
[2] Holzgraefe M., Otto M. (2003). Leichtes Schädel-Hirn-Trauma. In: Reimers C.D. (Hrsg.), Broocks A. (Hrsg.), Neurologie, Psychiatrie und Sport. (S.64-71). Thieme: Stuttgart
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Re: Vorschläge für Artikel

Beitragvon tfg » 09 Nov 2012, 22:47

Hernando! Du bist der geilste!!!

...ok ich hätte es auch nicht anders erwartet ;-) Finde die Artikel super!!!!

GruĂź
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Re: Vorschläge für Artikel

Beitragvon Tomcat » 15 Nov 2012, 20:03

So, hab jetzt alle diese Artikel, bis auf den letzten, in die Bibliothek eingearbeitet.
Den SHT/SIS-Artikel finde ich persönlich zwar interessant, aber nicht so passend für unsere Bibliothek (kommt sicher selten vor, dass man eine Hantel auf den Kopf bekommt), lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Was meint ihr?

GruĂź
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Re: Vorschläge für Artikel

Beitragvon Rockwell » 15 Nov 2012, 20:42

Sehe das mit dem SHT/SIS genauso wie Tomcat
Aber schön zu Lesen :-bd

Hatte so etwas bestimmt schon mal aber habs als kurzes wehwehchen abgetan.
Wie oft das wohl mit Hanteln passiert? :-?
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