Vitamin B und D

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Re: Vitamin B und D

Beitragvon Dr_Frottee » 25 Okt 2013, 17:23

http://ajcn.nutrition.org/content/77/1/204.full

Hättest Du aber auch selber finden können bei Wikipedia. ;)
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Re: Vitamin B und D

Beitragvon Hernando » 25 Okt 2013, 17:47

Um auch einmal ein paar kritische Artikel f√ľr den "Otto-Normalleser" anzubringen:
Doccheck.de
Die Welt
Food-Detektiv

Dr_Frottee hat geschrieben:Hättest Du aber auch selber finden können bei Wikipedia. ;)

Woher soll man denn riechen können, dass Du Dich auf eine bestimmte bei Wikipedia verlinkte Studie beziehst? :-??
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Re: Vitamin B und D

Beitragvon Dr_Frottee » 25 Okt 2013, 19:21

Am Inhalt Deiner Links m√∂chte ich eine wesentliche Kritik √ľben: Dort werden nirgends Werte genannt. Was ist denn deren Meinung nach eine zu hohe Zufuhr oder Versorgung? So sind diese Aussagen nicht viel mehr wert als "Zu gro√üe Mengen Alkohol sind sch√§dlich". Nur da√ü, im Gegensatz zu Alkohol, bei Vitamin D offenbar auch zu geringe Mengen sch√§dlich sind.

Es kommt ganz offensichtlich, wie immer, mal wieder auf das "gesunde Mittelmaß" an.

Sehr lustig finde ich den Vergleich zwischen Vit-D-Toten und den Verkehrstoten. Im Jahr 2012 gab es in Deutschland 362 Verkehrstote. Da findet man √ľberall irgendwelche Korrelationen, wo es dann bei Hochrechnung auf die Gesamtbev√∂lkerung mehr Tote gibt. Da sterben sicherlich auch mehr Menschen in Arztpraxen pro Jahr. Ist deshalb jetzt die Konsequenz: Geh nicht mehr zum Arzt? ;)

Zudem finde ich interessant, da√ü die nat√ľrliche Bildung als ungef√§hrlich eingestuft wird. Dabei werden vom hellh√§uftigen Nordeurop√§er innerhalb von 10-30 min in der Sommermittagssonne (weitestgehend unbekleidet) 15.000-20.000 IE gebildet. Da m√∂chte ich dann schon gerne wissen, wieso dieselbe Menge des gleichen Stoffs als Supp zugef√ľhrt dann Probleme verursachen soll.

Das ist jetzt nicht polemisch gemeint -- es kann ja durchaus sein, da√ü √ľber den Umweg Magen-Darm-Trakt der Stoff irgendwie ver√§ndert wird. Don't know that. Aber dann sollte so etwas inklusive der dann anderen/sch√§dlichen Wirkung auch darstellbar sein. Andernfalls ist es f√ľr mich nicht nachvollziehbar.

Und abgesehen davon: Es singt hier ja niemand ein Hohelied auf Megadosen Vit D. Da wäre ich selber auch der letzte, der das täte. Eisen ist auch lebensnotwendig -- aber deshalb Megadosen Eisen zu supplemetieren ... das wär ziemlich bescheuert und vor allem im schlimmsten Fall tödlich.
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Re: Vitamin B und D

Beitragvon moloch » 25 Okt 2013, 19:43

@doc
danke f√ľr die ausf√ľhrliche antwort. w√ľnsche ein sch√∂nes wochenende.
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Re: Vitamin B und D

Beitragvon Hernando » 25 Okt 2013, 23:51

Dr_Frottee hat geschrieben:Am Inhalt Deiner Links m√∂chte ich eine wesentliche Kritik √ľben: Dort werden nirgends Werte genannt.

Werte sind f√ľr die Aussage der Artikel ja auch nicht relevant - wobei z.B. der Welt-Artikel einige Zahlen nennt und der DocCheck-Artikel seine Aussagen in Relation zu den aktuellen Empfehlungen setzt. Anyhow, diese Artikel sollen schlicht dem nicht Studienaffinen Leser einen Anhaltspunkt geben, dass Vitamin D Supplementation nicht nur beweihr√§uchert wird und evtl. sogar mit deutlichen Risiken einhergehen kann.
Dr_Frottee hat geschrieben:Sehr lustig finde ich den Vergleich zwischen Vit-D-Toten und den Verkehrstoten. Im Jahr 2012 gab es in Deutschland 362 Verkehrstote.
Ja, der ist nicht schlecht ;)
Dr_Frottee hat geschrieben:Zudem finde ich interessant, da√ü die nat√ľrliche Bildung als ungef√§hrlich eingestuft wird. Dabei werden vom hellh√§uftigen Nordeurop√§er innerhalb von 10-30 min in der Sommermittagssonne (weitestgehend unbekleidet) 15.000-20.000 IE gebildet. Da m√∂chte ich dann schon gerne wissen, wieso dieselbe Menge des gleichen Stoffs als Supp zugef√ľhrt dann Probleme verursachen soll.

Da kann es mehrere Gr√ľnde geben. Transferbeispiel: Warum sind viele Leute der Meinung, dass man Vitamine lieber in Form von Obst zu sich nehmen sollte denn in Pillenform - obwohl sie chemisch identisch sind?
Man könnte z.B. aber auch hypothetisieren, dass der Körper sich daran gewöhnt hat, dass bei Sonnenbestrahlung Colecalciferol gebildet wird und sich auf das folgend ansteigende D-Hormon "einstellen" kann.
Oder dass der Körper das im Blut zirkulierende Cholecalciferol (bzw. andere D3-Hormon-Vorstufen) absichtlich herunterregelt (analog zum Eisen-Malariabeispiel auf Seite 1 dieses Threads) und damit nach der Mittelwertsdiagnostik fälschlicherweise ein "Mangel" festgestellt wird. Dazu als Beispiel eine Deiner Aussagen am Anfang:
Dr_Frottee hat geschrieben:Oder die Forscher, die zeigen konnten, daß eine Menge Krankheiten bei einem Vit-D-Spiegel zwischen 40-60 ng/ml sich bessern oder sogar ganz verschwinden.

Welche Deiner Quellen haben denn einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Spiegeleinstellung zwischen 40-60ng/ml und Krankheitsbesserung/Heilung aufgezeigt (jetzt mal abgesehen von Osteoporose/Osteomalazie)?
Nur, um ein paar mögliche Gedankengänge zu nennen ...
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Re: Vitamin B und D

Beitragvon Dr_Frottee » 26 Okt 2013, 01:46

Hernando hat geschrieben:Warum sind viele Leute der Meinung, dass man Vitamine lieber in Form von Obst zu sich nehmen sollte denn in Pillenform - obwohl sie chemisch identisch sind?


Da muß man wohl die Leute fragen. ;)

Was hier diskutiert wird, ist, ob und inwiefern die Wirkung eines Vitamins durch die Anwesenheit anderer Vitamine verstärkt (oder auch abgeschwächt wird). Die sekundären Pflanzenstoffe scheinen auch in der Lage zu sein, die Wirksamkeit von Vitaminen zu erhöhen. Und die sind in den Vitaminpillen nicht enthalten.

Man könnte z.B. aber auch hypothetisieren, dass der Körper sich daran gewöhnt hat, dass bei Sonnenbestrahlung Colecalciferol gebildet wird und sich auf das folgend ansteigende D-Hormon "einstellen" kann.


Hypothetisieren kann man viel. Viel interessanter ist doch die Frage, ob eine Hypothese einer √úberpr√ľfung standh√§lt oder nicht. ;) Man k√∂nnte genauso hypothetisieren, da√ü der K√∂rper √ľber Mechanismen verf√ľgt, zu hohe D3-Spiegel abzubauen. √úbersch√ľssiges Vitamin C und die B-Vitamine (mit Ausnahme von Fols√§ure), werden ja auch einfach ausgepinkelt. Auch Vitamin E und K, wenn sie √ľbersch√ľssig zugef√ľhrt werden.

Wichtig ist doch, ob die Hypothese "wahr" ist oder nicht.

Oder dass der Körper das im Blut zirkulierende Cholecalciferol (bzw. andere D3-Hormon-Vorstufen) absichtlich herunterregelt (analog zum Eisen-Malariabeispiel auf Seite 1 dieses Threads) und damit nach der Mittelwertsdiagnostik fälschlicherweise ein "Mangel" festgestellt wird.


Deshalb bin ich ja auch kein Freund von groben Mittelwertstatistiken und "Korrelationsstudien". Korrelationen k√∂nnen einen Anhaltspunkt liefern, wo es sich lohnen k√∂nnte weiterzuforschen. Aber sie lassen niemals Schl√ľsse auf Kausalit√§ten zu.

Wenn man also feststellt, da√ü alle Malariakranken einen "zu niedrigen" Eisenspiegel aufweisen, dann kann es sein, da√ü sie Malaria haben wegen des "zu niedrigen" Eisenspiegels. Es kann aber auch sein, da√ü sie einen "zu niedrigen" Eisenspiegel wegen der Malaria haben. Oder es kann sein, da√ü irgendein dritter Faktor besteht, der verantwortlich f√ľr beides ist, oder der die Wahrscheinlichkeit f√ľr beides erh√∂ht. Und als vierte Variante -- und da spielt die Stichprobengr√∂√üe und die St√§rke der Korrelation eine gro√üe Rolle -- kann es sein, da√ü das Korrelationsergebnis einfach nur purer Zufall ist.


Die Frage ist aber letztlich doch: Was soll der einzelne jetzt tun? Soll er nicht supplemenetieren und das Risiko eines Mangels mit z.B. häufigen Erkältungen und den daraus resultierenden Problemen (persönlich, familiär, beruflich, volkswirtschaftlich wegen Arbeitsausfall) eingehen? Oder soll er supplementieren und dadurch mögliche Risiken eingehen?

Solange es dazu keine differenzierteren Aussagen und Forschungsergebnisse gibt, sondern nur einen allgemeinen lt. DGE und EFSA sicheren Bereich von 800-4.000 IE, innerhalb dessen statistisch gesehen maximal 4% einen Mangel oder eine √úberdosierungserscheinung zeigen (au√üerhalb dieses Bereichs ist die Wahrscheinlichkeit deutlich gr√∂√üer, entweder Mangelerscheinungen oder √úberdosierungserscheinungen zu erleiden), w√ľrde ich im Rahmen der Wahrscheinlichkeitsminimierung innerhalb dieses sog. sicheren Bereichs supplementieren.

Und um die Nummer mit den Verkehrstoten nochmal aufzuw√§rmen: In Deutschland sterben jedes Jahr zwischen 15.000 und 20.000 Menschen an Grippe (Hamburger Abendblatt, medizin-aspekte). Wenn wir da mal davon ausgehen, da√ü von diesen ca. 60% (wie im Durchschnitt der Bev√∂lrkerung) einen Blutspiegel im Mangelbereich (<30ng/ml) aufweisen und nicht gestorben w√§ren bei einem normalen Blutspiegel, weil die Immunabwehr vern√ľnftig funktioniert h√§tte, dann k√∂nnten wir jedes Jahr 9.000-12.000 Grippetote einsparen. Das sind die Verkehrstoten von 25-33 Jahren. ;)

Die Frage ist ja nicht nur: Was passiert, wenn man etwas tut? Sondern auch immer: Was passiert, wenn man etwas nicht tut?

Und da ist es wieder: Das vern√ľnftige Mittelma√ü. ;)
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Re: Vitamin B und D

Beitragvon Hernando » 26 Okt 2013, 10:01

Dr_Frottee hat geschrieben:Was hier diskutiert wird, ist, ob und inwiefern die Wirkung eines Vitamins durch die Anwesenheit anderer Vitamine verstärkt (oder auch abgeschwächt wird). Die sekundären Pflanzenstoffe scheinen auch in der Lage zu sein, die Wirksamkeit von Vitaminen zu erhöhen. Und die sind in den Vitaminpillen nicht enthalten.

Richtig. K√∂nnte dann nicht auch die Sonnenstrahlung auf der Haut auch Wirkungen (wie z.B. Wirkung/Synthese von Co-Faktoren, neuronale Regelkreisaktivierung, etc.) haben, welches die "nat√ľrliche Vitamin-D-Synthese" von den Wirkungen des "Reinstoffs aus der Pille" unterscheiden k√∂nnte?
Dr_Frottee hat geschrieben:Hypothetisieren kann man viel. Viel interessanter ist doch die Frage, ob eine Hypothese einer √úberpr√ľfung standh√§lt oder nicht. ;)

Richtig - dabei ist aber zu bemerken, dass Deine Aussagen wie "VitD-Supplementation hat die Wirkung auf die Krankheiten xy" zum jetztigen Zeitpunkt ebenso nur Hypothesen sind - jedenfalls nehme ich das an, da Du als vermutlich belesenere Person auf diesem Gebiet meine Frage
Hernando hat geschrieben:
Dr_Frottee hat geschrieben:Oder die Forscher, die zeigen konnten, daß eine Menge Krankheiten bei einem Vit-D-Spiegel zwischen 40-60 ng/ml sich bessern oder sogar ganz verschwinden.

Welche Deiner Quellen haben denn einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Spiegeleinstellung zwischen 40-60ng/ml und Krankheitsbesserung/Heilung aufgezeigt (jetzt mal abgesehen von Osteoporose/Osteomalazie)?

nicht beantworten wolltest/konntest.
Dr_Frottee hat geschrieben:√úbersch√ľssiges Vitamin C und die B-Vitamine (mit Ausnahme von Fols√§ure), werden ja auch einfach ausgepinkelt. Auch Vitamin E und K, wenn sie √ľbersch√ľssig zugef√ľhrt werden.

Dass die Vitamine E und K ausgepinkelt werden halte ich f√ľr ein b√∂ses Ger√ľcht. Dies ist ja gerade ein Punkt, worauf sich die erh√∂hte Toxizit√§t der fettl√∂slichen Vitamine begr√ľndet.
Dr_Frottee hat geschrieben:Deshalb bin ich ja auch kein Freund von groben Mittelwertstatistiken und "Korrelationsstudien". Korrelationen k√∂nnen einen Anhaltspunkt liefern, wo es sich lohnen k√∂nnte weiterzuforschen. Aber sie lassen niemals Schl√ľsse auf Kausalit√§ten zu.

Was mich nach dieser Aussage wundert ist, dass Du - neben Deiner Eigenerfahung - genau auf solchen Daten Deine ganze Argumentation in diesem Thread aufbaust. Deine Rationale zur Supplementation ist ja:
Dr_Frottee hat geschrieben:Solange es dazu keine differenzierteren Aussagen und Forschungsergebnisse gibt, sondern nur einen allgemeinen lt. DGE und EFSA sicheren Bereich von 800-4.000 IE, innerhalb dessen statistisch gesehen maximal 4% einen Mangel oder eine √úberdosierungserscheinung zeigen (au√üerhalb dieses Bereichs ist die Wahrscheinlichkeit deutlich gr√∂√üer, entweder Mangelerscheinungen oder √úberdosierungserscheinungen zu erleiden), w√ľrde ich im Rahmen der Wahrscheinlichkeitsminimierung innerhalb dieses sog. sicheren Bereichs supplementieren.

Sowohl die Festlegung der "sicheren Bereiche" als auch die Definition eines "Mangels" beruht meines Wisens rein auf solchen statistischen Mittelwerten und der Korrelation "Vitamin-D-Spiegel und Krankheit". Da lasse ich mich aber gerne korrigieren.
Dr_Frottee hat geschrieben:Die Frage ist aber letztlich doch: Was soll der einzelne jetzt tun? Soll er nicht supplemenetieren und das Risiko eines Mangels mit z.B. häufigen Erkältungen und den daraus resultierenden Problemen (persönlich, familiär, beruflich, volkswirtschaftlich wegen Arbeitsausfall) eingehen? Oder soll er supplementieren und dadurch mögliche Risiken eingehen?

Exakt! Genau dies war die Kernaussage meines allerersten Posts dieses Threads ;)
Warum Du hier allerdings wieder rhetorisch die Risiken eines hypothetischen Mangels durch Nennung von möglichen unangenehmen Folgen hervorhebst und die möglichen Risiken einer Supplementation so nebenbei abhandelst, ist mir unverständlich.
Wie gesagt, mein Anliegen hier ist ja nicht, die m√∂glichen Benefite einer VitD-Supplementation in Abrede zu stellen. Nur muss ich feststellen, dass die potentiellen unerw√ľnschten Folgen in Deinen Ausf√ľhrungen vern√§chl√§ssigt werden. Dies liefere ich eben.
Dr_Frottee hat geschrieben:Und um die Nummer mit den Verkehrstoten nochmal aufzuw√§rmen: In Deutschland sterben jedes Jahr zwischen 15.000 und 20.000 Menschen an Grippe (Hamburger Abendblatt, medizin-aspekte). Wenn wir da mal davon ausgehen, da√ü von diesen ca. 60% (wie im Durchschnitt der Bev√∂lrkerung) einen Blutspiegel im Mangelbereich (<30ng/ml) aufweisen und nicht gestorben w√§ren bei einem normalen Blutspiegel, weil die Immunabwehr vern√ľnftig funktioniert h√§tte, dann k√∂nnten wir jedes Jahr 9.000-12.000 Grippetote einsparen. Das sind die Verkehrstoten von 25-33 Jahren. ;)

Dazu nochmal folgendes passendes Zitat:
Dr_Frottee hat geschrieben:Hypothetisieren kann man viel. Viel interessanter ist doch die Frage, ob eine Hypothese einer √úberpr√ľfung standh√§lt oder nicht. ;)
Hernandos Posts werden nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch kann f√ľr sie keine Gew√§hr gegeben werden. Jeder ist selbst f√ľr sein Handeln verantwortlich.
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Re: Vitamin B und D

Beitragvon Dr_Frottee » 26 Okt 2013, 12:14

Hernando hat geschrieben:Warum Du hier allerdings wieder rhetorisch die Risiken eines hypothetischen Mangels durch Nennung von möglichen unangenehmen Folgen hervorhebst und die möglichen Risiken einer Supplementation so nebenbei abhandelst, ist mir unverständlich.


Tue ich doch gar nicht. Das "Aufwärmen" der Verkehrstoten war lediglich als ein genauso polemisches Beispiel gedacht wie jenes in dem von Dir verlinkten Artikel. Ich ging davon aus, daß Du die Artikel gelesen hast, die Du verlinkt hast.

Mir geht es nicht darum, hier irgendwas √ľber den gr√ľnen Klee zu loben. Nat√ľrlich ist jegliche √úberdosierung sch√§dlich und zu vermeiden. die Frage ist eben: Wo f√§ngt √úberdosierung an? Genauso wie: Wo beginnt eine Mangelversorgung.


Hernando hat geschrieben:Sowohl die Festlegung der "sicheren Bereiche" als auch die Definition eines "Mangels" beruht meines Wisens rein auf solchen statistischen Mittelwerten und der Korrelation "Vitamin-D-Spiegel und Krankheit". Da lasse ich mich aber gerne korrigieren.


MWn arbeiten sowohl die DGE als auch die EFSA mit Mittelwerten und der Standardabweichung sowie der Annahme, da√ü die Daten normalverteilt sind. An der letzten Annahme kann man aus statistisch-mathematischer Sicht einiges an Kritik √ľben. Aber nehmen wir in Ermangelung einer besseren (und vor allem mathematisch handhabbaren) Annahme einmal an, da√ü diese Annahme die Realit√§t hinreichend gut widerspiegelt. Und nehmen wir ferner an, da√ü es tats√§chlich nur Korrelationsstudien waren.

In Ermangelung von etwas Besserem k√∂nnen wir uns dann (leider!) nur auf diese Studien st√ľtzen und m√ľssen notgedrungen daraus etwas ableiten. Die Alternative w√§re zu sagen: "Mach, was Du willst. Denn die aktuelle Forschungslage l√§√üt keinen definitiven Schlu√ü zu, ab welchen Werten M√§ngel oder √úberdosierungen zu erwarten sind. Und auch nicht, welche Folgen das jeweilige hat."

Und das hieße in letzter Konsequenz: 0 IE wären genauso zu rechtfertigen wie 100.000 IE täglich. Und damit habe ich wiederum ein Problem.

Die beste L√∂sung w√§re wahrscheinlich, im Winter einfach f√ľr 2-3 Wochen nen Sonnenurlaub zu buchen und sich t√§glich ungesch√ľtzt f√ľr 10-30 min der Mittagssonne auszusetzen -- eben maximal so lange, bis eben noch nicht einmal eine R√∂tung der Haut stattgefunden hat. Nur ist das f√ľr viele eben ein finanzielles Problem. Und f√ľr manche ein Umweltproblem (Fliegen).

Ich bin auch nicht wirklich gl√ľcklich mit den aktuellen Werten und mit dem aktuellen Forschungsstand. Vor allem, da√ü h√§ufig Studien betrieben werden, wo die Wirkungen und Nebenwirkungen auf eine bestimmte Supplementierungsdosis bezogen werden. MMn sinnvoller w√§re es, stattdessen, oder besser noch: gleichzeitig zus√§tzlich, den Blutspiegel zu messen. Denn dann k√∂nnte man Aussagen treffen zur Auswirkung einer Supplementierung auf den Blutspiegel und zur Auswirkung von beidem auf Wirkungen und Nebenwirkungen. Und dann sollte/m√ľ√üte man noch die Supplementierung mit der nat√ľrlichen Bildung vergleichen. Am besten doppelblind. Wobei ich mir das bei der nat√ľrlichen Bildung schwierig vorstelle. ;)

Ferner m√ľ√üte man dann schauen, ob man bestimmte Cluster von Menschen findet, die "irgendwie anders" als der Durchschnitt auf bestimmte Spiegel und Supp-Dosierungen reagieren und dort weiter differenzieren.

Das w√§re in meinen Augen Wissenschaft. Aber heutzutage steht ja alles unter dem Diktat des Geldes. Und im medizinischen Sektor ist mWn die Pharmaindustrie diejenige, die am meisten Geld verdient. Aus rein betriebswirtschaftlichen Gr√ľnden m√ľss(t)en hier also Studien finanziert werden, die den Umsatz und Gewinn weiter steigern bzw. einen m√∂glichen Verlust durch ein "g√ľnstiges Konkurrenzprodukt" eind√§mmen.

MMn ist auch genau das der Grund, weshalb es so viele "Fluffi-Studien" auf diesem Gebiet gibt: Vit D ist g√ľnstig. Interessanterweise haben nach meinen Recherchen die beiden gr√∂√üten Pharmaproduzenten Deutschlands (Bayer + BASF, die zusammen √ľbrigens 20% im DAX, den 30 gr√∂√üten und bedeutendsten deutschen Wirtschaftsunternehmen, ausmachen) kein Vitamin D Pr√§parat in ihrer Produktlinie. Wahrscheinlich deshalb, weil sich damit kaum/kein Geld verdienen l√§√üt. Und vielleicht/wahrscheinlich, weil die diversen Anti-Erk√§ltungsmittel mehr Gewinn abwerfen (und zudem anscheinend v√∂llig wirkungslos sind).

Umgekehrt sind viele (die meisten) Vit-D-Produzenten anscheinend zu klein, um saubere Studien zur Wirkungsweise von Vit D durchf√ľhren zu k√∂nnen (Personalaufwand, Kosten etc.). Nur so ist es mMn zu erkl√§ren, wieso es weder saubere Studien zu den positiven Wirkungen von Vit D gibt (die entsprechenden Unternehmen sind zu klein), aber auch keine sauberen Studien zu Nebenwirkungen (die entsprechenden Unternehmen sind gro√ü genug und Verf√ľgen √ľber die entsprechenden Mittel -- wenn es also entsprechend heftige Nebenwirkungen g√§be, m√ľ√üten sie sauber nachweisbar sein).

Und so tobt dann eine "Schlacht" schlecht durchgef√ľhrter Studien bzw. Korrelationsstudien vs. Hypothesen zu negativen Auswirkungen. Und der dumme ist der normale B√ľrger, der am Ende v√∂llig verwirrt ist und keinerlei Ahnung hat, was denn jetzt gut oder sch√§dlich f√ľr ihn ist.

Was ich vermisse, sind Institutionen, die wirklich unabhängig von kommerziellen Interessen wissenschaftliche Forschung betreiben.

Das Problem ist doch, da√ü die Pharmaunternehmen rein betriebswirtschaftlich gesehen alles bek√§mpfen m√ľssen, was wirksam und g√ľnstig ist (wie z.B. Vit D). Umgekehrt m√ľssen aber die (kleineren) Firmen, die mit z.B. Vit D Geld verdienen k√∂nnen (weil sie daf√ľr noch klein genug sind), alle m√∂glichen Vorteile von Vit D "bewerben" und untermauern und Nebenwirkungen kaschieren.

DAS ist mMn das Hauptproblem unserer heutigen "Wissenschaft". Um den Menschen und das Wohlergehen des Menschen geht es dabei schon lange nicht mehr ... leider ...
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Re: Vitamin B und D

Beitragvon Crixton » 26 Okt 2013, 17:15

ich war vor ein paar wochen beim internisten, dort wurde unter anderem vitamin d kontrolliert
weiß die einheit zwar nicht mehr aber mein wert lag bei 12 und die referenz ging erst bei 30 los
also doch eine recht ausgeprägte unterversorgung

ich soll jetzt jeden tag 4000 IE vitamin D3 nehmen und dann in einigen wochen wird der wert noch mal gemessen
der arzt meinte ca 90% aller patienten bei denen er vitamin d3 im winter misst haben deutlich zu niedrige werte
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Re: Vitamin B und D

Beitragvon G ixl23 » 28 Okt 2013, 08:48

Hey Crixton,

Wenn ich jetzt "vor ein paar Wochen" als Spätsommer (also Anfang, Mitte September) interpretiere, dann sollte in dieser Zeit der Vitamin D Wert bei den meisten Mitteleuropäern ziemlich hoch sein, oder?
Was hast du im Sommer gemacht?
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