BĂĽcher-Reviews

Fragen und Antworten

BĂĽcher-Reviews

Beitragvon Hernando » 28 Okt 2012, 18:53

Harrison G. Pope Jr., MD
Katharine A. Phillips, MD
Roberto Olivardia, PhD

The Adonis Complex
The secret crisis of male body obsession


Kapitel 1: Secrets of the Men at the Olympic Gym
Dieses Kapitel dient der Herausarbeitung, was unter dem Adonis Komplex verstanden weden soll. Im Mittelpunkt stehen beinhaltete Krankheitsbilder wie beispielsweise das der Muskeldysmorphie – in Anlehnung an die psychische Krankheit anorexia nervosa, auch aufgrund gewisser parallelen, als bigorexia nervosa oder reverse anorexia bezeichnet – oder Esstörungen bei Männern als existierendes, weitgehend aber unerkanntes bzw. nicht zugegebenes psychisches Leiden. Zusätzlich wird aufgezeigt, welche Umstände zum Ausbilden solcher Leiden führen (können) und welche Folgen daraus erwachsen (können). Viele Beispiele verschiedener Fälle – unter Anderem aus den Erfahrungen der Autoren bei ihren Studien - machen die Thematik dabei greifbar.

Kapitel 2: The Rise of the Adonis Complex
Dieses Kapitel handelt von der Entstehung des männlichen Körperkults. Eingeleitet durch Gegenüberstellungen befragter Männer und Frauen zu ihrer Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper – um darzustellen, dass diese Thematik nicht frauenspezifisch ist – wird der Werdegang des “Marktes um das männliche Körpererimage“ anhand den immer wachsenden Fitness- und Beautyangeboten sowie -Produkten für Männer und der Änderung der Medienlandschaft - mit Popes beliebtestem Beispiel der Veränderung der Actionfiguren von Luke Skywalker und G.I. Joe vom trainierten Normalo zum Muskelmann im Laufe der Zeit - dargestellt. Dieser Wandel des männlichen Körperbildes wird im Zusammenhang mit der Entdeckung und Nutzung anabol-androider Steroide diskutiert. Auch eine zweite Theorie – das immer weitere Vorstoßen der Frauen in „männliche“ Alltagsdomänen – wird diskutiert. Des Weiteren beinhaltet sind eine Diskussion des FFMI sowie Beobachtungskriterien zur Unterscheidung, ob man einen „'roid user“ vor sich hat oder nicht.

Kapitel 3: Do you have the Adonis Complex?
Der Name ist Programm – es werden zwei Testinstrumente vorgestellt, mit denen man sich slebst bezüglich der Schwere des eigenen Adonis-Komplexes überprüfen kann. Die Autoren stellen danach eigene Studien zu diesen Instrumenten dar.

Kapitel 4: Muscle Dysmorphia
Hier wird das Bild der Muskeldysmorphie (man denkt, man ist klein, schwach und dünn, obwohl man über eine stattliche Figur verfügt) – erst an Beispielen der schwere, dann an Beispielen der leichten Form – dargelegt, sowie Schätzungen über deren Prävalez in der amerikansichen Bevölkerung anhand von Studien dargelegt.

Kapitel 5: Anabolic Steroids
Einleitend werden ein paar Mythen um anabole Steroide genannt und diskutiert. Im Weiteren Verlauf erfolgt eine an ausführlichen Fallbeispielen erörterte Abhandlung über mögliche akute psychologische Auswirkungen des Steroidmissbrauchs (vorwiegend der sog. 'roid rage) sowie Entzugserscheinungen (Depression, Suizid, …). Zudem werden weitere Risiken des Steroidmissbrauchs dargelegt, und schlussendlich die bestehenden Strategien, Steroidmissbrauch zu reduzieren, diskutiert.

Kapitel 6: Fear of Fat
Hauptthema dieses Kapitels sind Essstörungen bei Männern – welche Arten und Häufigkeiten existieren, aber auch, welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Auch hier gibt es wieder einen kleinen Fragebogen, über welchen man sich selbst überprüfen kann, ob man in dieser Richtung Tendenzen zeigt.

Kapitel 7: Beyond Muscle and Fat
Losgelöst von Muskeln und Fett wird nunmehr die Überkategorie der verzerrten Körperwahrnehmung behandelt – body dysmorphic disorder ( BDD) der wohlklingende Name. Unter ihr sind die bereits bekannten Muskel- und Fettzentrierten Ärgernisse, aber auch andere vorherrschende Bilder wie Haarprobleme, Bedenken bezüglich der Penislänge oder Ähnliche Körperproblemchen, welche den Mann plagen können, zusammengefasst.

Kapitel 8: Boys at Risk
Unrealistische Vorstellungen und Zielsetzungen sowie abwegige Körperbilder von Jungen sind das Thema dieses Kapitels – eingeleitet von treffenden (und inhaltlich bemerkenswert übereinstimmend auch hier im Forum zu findenden) Internetzitaten 11-15jähriger Knaben. In diesem Zusammenhang wird des Weiteren das Supplementgeschäft beleuchtet. Anschließend finden Eltern Tips, die das Erkennen des Adonis-Komplexes bei ihren männlichen Sprösslingen erleichtern könnten und wie bei Erkennen eines solchen damit umgegangen werden kann.

Kapitel 9: Dealing with the Adonis Complex
Der Adonis Komplex ist da – und nun? Hier geht es vorwiegend darum, wie der AC in Beziehungen gemanaged werden kann. Schwerpunkte liegen auf den Themen Intimität, Sexualität und Steroid-induzierter Gewalt. Abschließend richtet der Autor das Wort an seine Leserinnen, um ihnen den Umgang mit dem AC ihrer Partner zu erleichtern.

Kapitel 10: Straights and Gays
Homosexuelle Männer sind anfälliger für Besessenheit mit ihrem Körper – oder? Dieses Kapitel diskutiert diese Fragestellung (oder diesen Mythos?) aus verschiedenen Perspektiven. Auch wird die Fragestellung einer „homoerotischen Umgebung Fitnessstudio“ andiskutiert.

Kapitel 11: Rx for the Adonis Complex
Zunächst wird nochmals klar gestellt, dass die Intention des Werkes nicht eine Aussage ist, dass der Wunsch nach gutem Aussehen etwas schlechtes ist – doch dass pathologische Auswüchse dieses natürlichen Wunsches gravierende Folgen nach sich ziehen können. Schlussendlich werden Tips und Hilfestellungen geboten, wie man dem AC und seinen kleineren Brüdern begegnen kann.

Appendix I: The Fat-Free Mass Index (FFMI) and how to calculate it
Appendix II: Diagnostic Criteria for Body Image Disorders
Appendix III: Where to Get Help
Notes (Quellenverzeichnis mit Anmerkungen)
Index

Fazit: Das hier beleuchtete Buch The Adonis Complex von Harrison Pope und Kollegen beleuchtet die psychologische und gesellschaftliche Komponente des Körperkults. Manche Aussagen muss man sicherlich im Kontext des Alters des Werkes sehen (Baujahr 2000), dennoch besitzt es – wie man auch regelmäßig in Foren, im Fitnessstudio- und Vereinsalltag sowie anhand des Supplementkonsums beobachten kann – bemerkenswerte Aktualität. Dieses Buch möchte ich jedem als Denkanstoß ans Herz legen, um die eigene Position zum Körperkult und eventuell das eigene Trainingsverhalten zu reflektieren. Auch für Personen, welche unter dem „Körperverhalten“ ihres Partners leiden, m.E. sehr zu empfehlen.
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Re: BĂĽcher-Reviews

Beitragvon Hernando » 20 Jan 2013, 11:53

Gretchen Reynolds

The first 20 minutes

The surprising science of how we can
exercise better,
train smarter
and live longer


1 – The First 20 Minutes
Das erste Kapitel befasst sich allgemein mit dem Thema „Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Sport und Gesundheit“ - ergo: wie viel Sport welcher Intensität muss man machen, um Gesundheit zu erlangen? Dabei wird sinnvollerweise terminologisch und sachlich zwischen „Gesundheit“ und „Fitness“ unterschieden. Ergebnis der Betrachtungen: Gesundheitlich wirksame körperliche Aktivität (i.d.R. Definiert durch Senkung des Risikos eines frühzeitigen Todes) muss nicht zwangsläufig auch die Fitness (im Sinne der körperlichen Leistungsfähigkeit) in merklichem Maße verändern. Das ist ein wichtiger Punkt, da beide Begriffe gerne durcheinandergeworfen werden, und „fitte“ Personen meist als strahlende Beispiele an Gesundheit gelten. Abgeschlossen wird das Kapitel mit den aktuellen Bewegungsempfehlungen mit dem Ziel gesundheitlicher Benefite.

2 – Stretching the truth
Das zweite Kapitel beinhaltet Stretching als Aufwärmmethode (nicht aber nach dem Sport) sowie Aufwärmen generell und Muskelkater. Auch Regenerationsverfahren nach dem Training werden ein Wenig beleuchtet. Abschließend finden sich Tipps für ein angemessenes Aufwärmen vor dem Training.

3 – It's Not About The Bites
Die Ernährung wird in Kapitel 3 abgehandelt. Dabei geht es Getränke (insbesondere: wie viel muss man trinken?), normale Nahrungsmittel und Supplemente. Am Ende dürfen Ernährungstipps nicht fehlen.

4 – The Losing Battle
Das Top-Thema „Gewichtsreduktion“ wird in Kapitel 4 besprochen. Insgesamt wie ich denke ein gute Überblick über die Thematik, mit einem großen Manko: Die Autorin scheint die Meinung „gaining weight = getting fatter“ zu vertreten . Diese Fixierung auf die Waage ist schon lange nicht mehr angebracht. Ist man sich dessen gewahr, kann dieses Kapitel aber gefahrlos gelesen werden.

5 – What We Mean When We Talk About Endurance
Nach einem Rückblick in die Anfänge der eigenen Laufbegeisterung wendet sich die Autorin den statistischen Zusammenhängen zwischen aerober Leistungsfähigkeit und allgemeinem Sterberisiko zu. Anschließend wird die Bedeutung von VO2max und Pulswerten besprochen um bei Trainingsregimes zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu landen. Am Ende des Kapitels findet sic heine theoretische Abhandlung der Erschöpfung und des Übertrainings mit obligatorischen Trainingstipps.

6 – Give Me The Strength To Carry On
Krafttraining ist das Thema dieses Kapitels, mit dem O-Ton: Jeder sollte es machen. Auch ein paar bestimmte Ăśbungen werden u.A. bezĂĽglich ihrer Sinnhaftigkeit besprochen.

7 – When Bad Things Happen to Good Workouts
Das Kapitel beginnt mit (möglichen) Verletzungen und Langzeitschäden von Training und driftet dann in Unterschiede zwischen Männern und Frauen mit Fokus auf das Sexualhormon Östrogen ab. Das nächste Thema sind Krämpfe, deren Ursache noch nicht wirklich klar ist, aber ein wirksames Akutheilmittel zu bestehen scheint: man trinke bei Einsetzen des Krampfes Sauergurkensaft (oder alternativ Essig). Probieren kann man's ja mal. Damit geht’s zurück zu Überlastungsverletzungen und der Diskussion Laufschuhe vs fußangepasste Laufschuhe vs Barfusslaufen. Auch die „Form“ (am Beispiel Laufen – ja die Autorin ist im ganzen Buch offensichtlich begeisterte Läuferin) wird einer kritischen Analyse unterzogen und Risikofaktoren für Verletzungen betrachtet.

8 – How to Build a Better Brain
Hier geht es um die Zusammenhänge zwischen Training und Gehirn – sei es im kognitiven oder im psychologischen Sinne. Auch Auswirkungen von Glücksbringern und den Glauben an die eigene Selbstwirksamkeit auf die (körperliche) Leistungsfähigkeit werden angesprochen.

9 – Survival of the Fittest
Hier geht es um die Genetik des sportlichen Trainings: Welchen Einfluss haben die Gene auf unsere Reaktionen auf das Training, oder darauf, ob wir uns überhaupt zum Training aufraffen können?

10 – Pushing Back the Finish Line
Was ist Alter/Altern, und welchen Einfluss hat körperliche Aktivität darauf? Diese Frage wird im letzten Kapitel dieses Buches behandelt.

AbschlieĂźende Betrachtung
Ein gutes Buch, um einen relativ aktuellen Überblick über verschiedene Aspekte körperlicher Aktivität zu bekommen, insbesondere in Hinblick auf Gesundheits- und Fitnesssport. Will man sich also allgemein fit halten und sich in lockerer und gut lesbarer Lektüre darüber informieren: Das ist ein wirklich empfehlenswertes Buch dafür.
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