ZNS stärken

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ZNS stärken

Beitragvon RingO » 27 Nov 2012, 00:11

Hallo,

es ist den meisten bekannt, dass ich seit meiner Kindheit viel Sport gemacht habe und immer noch etwas aktiv bin, mit BWEs versuche ich erstmal durch den Winter zu kommen, bis wir wissen, ob wir eine R√§umlichkeit f√ľr unser Training an den Turnringen zugesprochen bekommen.

Sportliches Talent liegt mir auch sicher in den Genen, also eigentlich super Vorraussetungen f√ľr ein erf√ľlltes Hobbysportlerleben, aber da ist diese eine Sache, die mich seit ich nicht mehr Jugendlicher genannt werde, plagt.

Ich sch√§tze mein zentrales Nervensystem bei Belastung als sehr schwach ein. Wie mein ich das? Ganz einfach, ich trainiere je nach Zeit 2mal die Woche den Oberk√∂rper und 2-3 mal die Beine, entweder direkt oder mit Fussball bzw Laufen. Doch trotz der Regelm√§√üigkeit(√úbertraining schlie√üe ich aus, da ich aufgrund des Studiums etc √∂fters Pausen machen muss und kann) bin ich tags darauf oft richtig schwer f√§llig, brauche selbst nach 10 Std Schlaf gef√ľhlt noch 20 weitere, schleppe mich dann durch den Tag und abends bin ich dann langsam wieder fit. Ich brauche scheinbar richtig lange zum regenerieren, dabei muss ich sagen, dass ich Erscheinungen wie Muskelkater etc eher selten beobachte, Trainingserfolge habe ich auch. Nur merkte ich keinen Unterschied ob ich 1mal die Woche trainierte oder 4mal, der K√∂rper reagierte sehr √§hnlich oder fast gleich. Stress im Studium ist nicht extrem, viel zu tun, aber man hat als Student ja gen√ľgend Pausen :D

Oder ein aktuelles Beispiel: gestern mit einem Mitbewohner eine Waschmaschine in den 2 Stock getragen bzw geschoben per Auflagefl√§che √ľber die Treppen...ich habe heute so einen krassen Muskelkater und war so fertig heute morgen als w√§re ich den Ironman gelaufen, naja nicht ganz so, aber dennoch viel zu sehr f√ľr eine solche Belastung, die nicht lange dauerte und die Muskelgruppen, die ich sp√ľre sind bei mir stark, w√ľrde ich meinen. Kann kaum eine Tasse heben ohne zu denken, gleich f√§llt mir der Bizeps ab, also der Punkt hier ist, dass ich beim Tragen, Schieben der Waschmaschine mit Betongewicht nicht das Gef√ľhl hatte, ich bin am Limit, da w√§re auch was schwereres tragbar gewesen, danach war ich auch nicht wirklich platt, aber heute morgen kam die Gegenantwort. Da passt irgendwas nicht, √ľbersch√§tzt habe ich mich nicht, wie ich bereits schrieb. Also wieso solch eine Reaktion? Mein Training ist vom Empfinden h√§rter.

Das ist nur ein Beispiel, aber davon k√∂nnte ich Dutzende schreiben, der Punkt ist, ich habe nicht das Gef√ľhl, dass die Leistung meines ZNS zu meiner k√∂rperlichen Leistung passt...wenn ich das jetzt mal so vereinfach sagen darf. Scheinbar passierte keine Anpassung des ZNS √ľber all die Jahre, was ich nicht verstehen kann.

Also wie kann ich dieses st√§rken? Das scheint mir mein gr√∂√üter Schwachpunkt. Das ich wenig Ausdauer habe beim Krafttraining sollte ich vllt nicht unerw√§hnt lassen?! Also 2 verschiedene √úbungen f√ľr eine Muskelgruppe ist schon echt schwer f√ľr mich, auch ohne MV.

Vielleicht gibt es keine Lösung, vielleicht ist sie aber auch nahe liegend und ich steh zu dicht davor :-b


Gr√ľ√üe,

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Re: ZNS stärken

Beitragvon Hernando » 27 Nov 2012, 09:48

Ringo hat geschrieben:Also wieso solch eine Reaktion? Mein Training ist vom Empfinden härter.

Das Training mag vielleicht "härter" sein (wie man das auch immer definieren mag), aber offensichtlich ist es anders. ;)
Man kann topfitte Leute, z.B. Marathonl√§ufer oder Gebirgsj√§ger, mit ungewohnten Bewegungen (z.B. Wiener Walzer tanzen) ziemlich schnell an ihre Grenzen bringen. Vermutlich war das bei Dir auch so, dass sich die Belastungsform (z.B. durch Wackler beim hochtragen verursachte kurzzeitige Spannungsspitzen) deutlich von Deiner Trainingsbelastung unterschied und somit zu Muskelkater f√ľhrte. Was das ZNS damit zu tun haben sollte ist mir nicht wirklich klar (mir ist zumindest nicht bekannt, das Muskelkater ein neurogenes Ph√§nomen w√§re). Daher w√ľrde ich dem keinen Krankheitswert beimessen - zumal Du bei deinem normalen Training nicht √ľber gesteigerten Muskelkater als Folge berichtest. Eher w√ľrde ich hier frecherweise vermuten, dass Dein Training in seinem Abwechslungsreichtum eher moderat gehalten ist. ;)

Ringo hat geschrieben:Ich schätze mein zentrales Nervensystem bei Belastung als sehr schwach ein.

Mag sein - schon andere Dinge ausgeschlossen (z.B. rheumatische oder anderweitige Grunderkrankungen wie Multiple Sklerose oder die Internet-Antwort auf jedes Symptom: Krebs, zu wenig getrunken, An√§mie, Fibromyalgie, Hormonst√∂rungen, psychische Faktoren abgesehen von Stress im Studium (Beziehungsprobleme, Existenzkrise, etc.), Schlafst√∂rungen, Ern√§hrungssituation, Lichtmangel, Unzufriedenheit mit einem Lebensaspekt, etc.) (vgl. u.A. [1])? "Fatigue" (diesem Begriff ordne ich jetzt mal zum Zwecke meiner Ausf√ľhrungen Deine beschriebene Erm√ľdbarkeit unter) kann mannigfaltige Gr√ľnde haben - warum denkst Du also, dass es an einem "schwachen ZNS" liegt?

Wie man ein "schwaches ZNS stärken" kann weiß ich nicht - Fatigue (falls Deine Problematik unter diesen Begriff fällt) ist heutzutage immer noch mit viiiielen Fragezeichen versehen. Alkoholkonsum scheint zentrale Fatigue zu verschlechtern und manche Antidepressiva könnten eventuell helfen, ebenso angemessene körperliche Aktivität (vgl. [2]).

Dies soll selbstverst√§ndlich in keinster Weise eine Dagnose einer "Fatigue", einer der oben beispielhaft genannten Grunderkrankungen oder Lebensumst√§nden oder sonstwas darstellen - nur eine Sensibilisierung daf√ľr, dass eine subjektiv wahrgenommene gesteigerte Erm√ľdbarkeit an vielen vielen vielen Faktoren liegen - oder auch "einfach so" vorliegen - kann.

Literatur:
[1] Davis et al. (2010). Mechanisms of Fatigue. J Support Oncol; 8:164-174
[2] Chaudhuri and Behan. (2004). Fatigue in neurological disorders. Lancet; 363:978-988
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Re: ZNS stärken

Beitragvon Dr_Frottee » 27 Nov 2012, 17:31

Hi,

was mich wundert und wie Hernando schon schrieb, ist mir auch nicht klar, was Muskelkater und Deine (gef√ľhlte?) ZNS-Erm√ľdung miteinander zu tun haben (sollen). Muskelkater wird mWn hervorgerufen durch ein Zerrei√üen der Z-Scheiben innerhalb der Muskelzelle. Hat also somit nichts mit den Nerven oder gar dem gesamten Nervensystem zu tun.

Generell zur Erm√ľdbarkeit: FT-Fasern scheinen (deutlich) schneller zu erm√ľden als ST-Fasern. Und innerhalb der Gruppe der FT-Fasern scheinen die FTG-Fasern deutlich schneller zu erm√ľden als die FTO-Fasern. Und die FTO-Fasern wiederum schneller als die ST-Fasern.

Vielleicht liegt es einfach nur daran, da√ü Du FT-lastig bist in Deinen bzw. in Teilen Deiner Hauptmuskeln? Wenn dem so ist und Deine schnelle Erm√ľdbarkeit darauf zur√ľckzuf√ľhren ist, dann "ist das halt so". Dann kannste lediglich schauen, wieviel Du vertr√§gst und Dich damit arrangieren.

Versteh ich eh nicht, da√ü man immer auf Krampf versuchen mu√ü, irgendwelche unverschiebbaren oder nur geringverschiebbaren Grenzen verschieben zu wollen. Viel weiter kommt man doch, wenn man die "unverschiebbaren" Grenzen akzeptiert und nicht √ľberschreitet und sich stattdessen auf jene Grenzen konzentriert, die man tats√§chlich (weit) verschieben kann.

Nur mal so zum dr√ľber Nachdenken ...


Gr√ľ√üe
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Re: ZNS stärken

Beitragvon Crixton » 27 Nov 2012, 18:28

ich kenn das nur zu gut mit der st√§ndigen m√ľdigkeit/lustlosigkeit usw

als ursache kann vieles in frage kommen, von st√∂rungen im hormonhaushalt (z.b. schilddr√ľse, testosteronmangel), mineralstoffe (z.b magensiummangel), bluthochdruck, schlafst√∂rungen usw
√ľbertraining schlie√üe ich jetzt mal aus, so viel trainierst du ja nicht

wenn dein zustand jetzt schon einiege wochen oder monate anh√§lt und du trotz ausreichend schlaf st√§ndig m√ľde bist, w√ľrde ich mal beim arzt vorbeischauen
achte auch mal einige tage auf sonstige symptome und schreib dir das auf nen zettel
da kann der arzt schon eher differenzieren, weil m√ľdigkeit allein ist eigenltich blo√ü eine antwort des k√∂rpers das irgendwas nicht stimmt oder aus dem gleichgewicht geraten ist und daher ein sehr unspezifisches symptom
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Re: ZNS stärken

Beitragvon Dr_Frottee » 27 Nov 2012, 19:36

Naja,

so, wie ich Ringo verstehe, tritt dieses "k.o.-sein" bei ihm immer nach bestimmten Trainingsbelastungen (Waschmaschine schleppen wetre ich auch mal als Trainingsbelastung) auf. Insofern ist doch ganz offensichtlich das Training der Auslöser. Also sollte man mMn zuerst mal beim Training schauen, welche Komponente dieses "k.o.-sein" auslösen könnte.

Mir f√§llt da schlicht und einfach das Volumen und/oder zu hohe Gewichte und/oder zu gro√üe N√§he zum Muskelversagen ein. Mehr als 80% 1RM sind mMn und mEn bei mehr als 80% aller Trainierenden unn√∂tig (f√ľr Hypertrophie), ebenso mehr als 15-20 WH pro TE pro Muskel(gruppe). Insofern w√ľrde ich das Training einmal auf diese beiden Komponenten hin √ľberpr√ľfen und anpassen.

Btw: Ich habe einen Athleten, der fr√ľher auch mit mehr als 80% 1RM, mehr Volumen und gr√∂√üerer N√§he zum MV trainiert hat. Er war zu dem Zeitpunkt schon 20 Jahre am Eisen, hatte auf ca. 180cm 78-79kg FFM und einen KFA von 8%. Kraftleistungen:

  • Kniebeuge: 10 x 110kg
  • Kreuzheben: 10 x 116kg.
5 Jahre lang konnte er seine Leistungen nicht steigern. Dann hat er das Volumen deutlich gesenkt (tw. auf nur 6-10 WH pro Muskel pro TE), mit 80% 1RM trainiert, 2 TE pro Woche und nur noch kleine Cluster (á 2-3 WH) gemacht. Ist also ganz weit weg geblieben vom MV. Aktuelle Kraftdaten (2 Jahre später):

  • Kniebeuge: 10 x 130kg
  • Kreuzheben: 10 x 140kg


Und das mit einer REDUKTION an Trainingsbelastung. Will sagen: Im Training gilt nicht unbedingt die Gleichung "mehr = besser". Offensichtlich kann durchaus auch einmal weniger (Input) mehr (Output) sein/bedeuten.

Ich w√ľrde erstmal bei diesen Parametern schauen, was da los ist, bevor ich mich in eine √ľberf√ľllte Arztpraxis setze und ggf. unn√∂tigerweise anderen Patienten nen Termin "klaue", die wirklich krank sind. Vieles ist mMn hausgemacht aufgrund falscher/realit√§tsfremder √úberzeugungen. Gerade im Bereich Training ...


Viele Gr√ľ√üe
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Re: ZNS stärken

Beitragvon Mino » 30 Nov 2012, 13:19

Hi!

RingO hat geschrieben:bin ich tags darauf oft richtig schwer f√§llig, brauche selbst nach 10 Std Schlaf gef√ľhlt noch 20 weitere, schleppe mich dann durch den Tag und abends bin ich dann langsam wieder fit. Ich brauche scheinbar richtig lange zum regenerieren,


Wie sieht's denn in einer trainingsfreien Woche aus? Den geschilderten Zustand kenn ich von mir, aber das liegt nicht am Training. Oder es geht mir schon vor dem Training so.

Oder ein aktuelles Beispiel: gestern mit einem Mitbewohner eine Waschmaschine in den 2 Stock getragen bzw geschoben per Auflagefl√§che √ľber die Treppen...ich habe heute so einen krassen Muskelkater und war so fertig heute morgen als w√§re ich den Ironman gelaufen, naja nicht ganz so, aber dennoch viel zu sehr f√ľr eine solche Belastung, die nicht lange dauerte und die Muskelgruppen, die ich sp√ľre sind bei mir stark, w√ľrde ich meinen.


Da w√ľrde ich auch differenzieren. Muskelkater aufgrund der ungewohnten Belastung - v√∂llig normal. Und Du warst ja auch nicht am Limit mit der Waschmaschine.
Und kann es sein, dass am Tag danach nur Deine √ľbliche M√ľdigkeit vorhanden war, diesmal gepaart mit Muskelkater, deswegen war's h√§rter?

Ich hab mir vorgenommen, mich nächstes Jahr mal durchchecken zu lassen. Bin ja jetzt auch etwas älter, da hat man 1 Gesundheits-Check im Jahr :)
Hab ne lange Liste gemacht, was alles gepr√ľft werden soll. Ich tippe eher auf irgendein Hormon, oder irgendeine Fehlfunktion, die den Organismus in der Regeneration behindert. Schilddr√ľse wurde ja schon genannt.

Ich w√ľrde sogar die Mangelerscheinungen fast ausschliessen, weil wir uns hier ja alle einigerma√üen vern√ľnftig ern√§hren. Wobei Training nat√ľrlich gr√∂√üeren N√§hrstoffverbrauch bedeutet. Aber hey...die Arbeiter im Steinbruch in Sri Lanka machen da noch ganz andere Sachen durch und ern√§hren sich von Mangos, Reis und Fisch (oder ganz vegetarisch).
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