Muskelaufbau: Wie Werte Deinen Erfolg beeinflussen

Erfolg ist, wenn Du Dein Ziel erreichst. Doch stellt Dich das Erreichen eines oder mehrerer Ziele wirklich zufrieden? Das hängt ganz entscheidend damit zusammen, wie wertvoll diese Ziele für Dich sind.

Ich erlebe Folgendes immer wieder:

  • Athlet: „Ich will unbedingt Muskelmasse und Kraft aufbauen.“
  • Trainer: „Und wie wichtig ist Dir dieses Ziel?“
  • Athlet: „Das ist für mich das Allerwichtigste!“
  • Trainer: „Und was würdest Du dafür tun, um dieses Ziel zu erreichen?“
  • Athlet: „ALLES!“

Und so arbeitet der Trainer mit dem Athleten einen Trainings- und Ernährungsplan aus. Der Athlet befolgt den Plan 5 oder 6 Wochen lang. Doch dann gibt er ihn auf und macht wieder das, was er schon vorher (erfolglos) gemacht hat. Auf die Frage „Warum?“, antwortet der Athlet: „Weil mir der Plan keinen Spaß gemacht hat.“

Die Hierarchie der Werte

Ganz offensichtlich war das Ziel, das der Athlet genannt hat, nicht im Einklang mit seinen wichtigsten Werten. Das Ziel Muskelaufbau war dem Athleten ganz sicher wichtig. Aber offensichtlich ist dem Athleten der Spaß beim Training wichtiger als der Muskelaufbau. Wie man darauf kommt? Schauen wir uns einmal an, welche beiden Alternativen zur Auswahl standen, und wofür sich der Athlet entschieden hat:

  • Plan A: potentieller Muskelaufbau + weniger Spaß beim Training
  • Plan B: nachweislich kein Muskelaufbau + mehr Spaß beim Training

Wenn sich der Athlet für Plan A entscheidet,  tauscht er mehr Spaß beim Training gegen potentiellen Muskelaufbau. In diesem Fall ist ihm der potentielle Muskelaufbau wichtiger als der Spaß beim Training. In seiner Wertehierarchie rangiert also Muskelaufbau vor Spaß am Training

Entscheidet sich der Athlet hingegen für Plan B, tauscht er den potentiellen Muskelaufbau gegen mehr Spaß beim Training. Hier rangiert der Wert Spaß beim Training vor potentiellem Muskelaufbau. Wichtig bei dieser Betrachtung ist nicht die kurzfristige Entscheidung, sondern die langfristige. Das, was sich auf Dauer durchsetzt.

Ziele und Werte in Einklang bringen

Wirklich zufrieden wirst Du nur dann sein, wenn Du

  • Dein Ziel erreichst und
  • das Ziel auch mit Deinen Werten in Einklang steht.

Das heißt: Dein wichtigstes Ziel sollte Deinen höchsten Wert zufriedenstellen. Und welche Werte Dir wie wichtig sind, erkennst Du leicht, wenn Du einmal Deine Vergangenheit nach Entscheidungssituationen durchforstest. In einer Entscheidungssituation stehen immer zwei oder mehr Werte in Konkurrenz zueinander. Und abhängig von der Rangfolge dieser Werte, triffst Du Deine Entscheidungen.

Das Ganze läuft weitestgehend unbewusst ab. Aber an Deinen (langfristigen) Entscheidungen kannst Du Deine Hierarchie der Werte ablesen und sie Dir im Nachhinein bewusst machen. Und das solltest Du tun. Denn sonst jagst Du vielleicht jahrelang einem vermeintlichen Ziel erfolglos hinterher, ohne zu merken, dass Dein wahres Ziel ein ganz anderes ist und Du es schon längst erreicht hast.

© Jan Kralle